Bäume hatten Pilzbefall
Gemeinde lässt fünf Buchen fällen

Lienen-Kattenvenne -

Katharina Kämper und ihre Mitbewohnerin trauten ihren Augen kaum, als am Montag eine Fachfirma anrückte und Männer mit Motorsägen den Buchen vor der ehemaligen Gastwirtschaft Daweke an den Kragen wollten – und ihr Vorhaben in die Tat umsetzten.

Dienstag, 24.09.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 25.09.2019, 18:42 Uhr
Wo die fünf Buchen standen, sollen schon bald neue Bäume gepflanzt werden.
Wo die fünf Buchen standen, sollen schon bald neue Bäume gepflanzt werden. Foto: Michael Schwakenberg

Die beiden Frauen wohnen in der alten Wirtschaft, die im Volksmund auch „Vogelfitti“ genannt wird. Jetzt fehlt ihnen etwas, bedauert Kämper : „Wir haben uns sehr wohl gefühlt im Schatten der alten, mächtigen und wunderschönen Blutbuchen. Für uns haben sie zum Haus gehört wie alles andere, was das Haus zu dem Einzigartigen macht, das es ist.“

Besonders verärgert sind die Frauen darüber, dass die Anwohner nicht vorher informiert wurden. In einem offenen Brief an Bürgermeister Arne Strietelmeier schreiben sie: „Wir wollen gar nicht in Abrede stellen, dass Sie das Fällen der Buchen sorgfältig abgewogen haben und dass diese Lösung auf Grund von eventuellen Krankheiten oder möglichen Gefahren sinnvoll erschien.“

Da sie währen der Fällaktion in der Verwaltung niemanden hätten erreichen können, sei ihnen nur die Möglichkeit geblieben, die Männer des beauftragten Unternehmens anzusprechen. „Die haben uns beschieden, dass uns die Bäume nicht gehören und uns das ganz und gar nichts angeht. Ja, geht‘s noch?“, echauffiert sich Kämper.

Bei der Gemeinde ist Michael Wagner vom Bauamt mit diesem Vorgang beschäftigt. Er hat Verständnis dafür hat, dass den Bürgern etwas an den Bäumen in ihrer Umgebung liegt. Die jetzt gemachten Vorwürfe weist er jedoch zurück: „Die Maßnahme und der Termin waren mit dem Eigentümer des Gebäudes abgestimmt.“

Wagner nennt auch den Grund für die Fällaktion: Bei einigen der Buchen, die auf Gemeindegrund standen, sei Pilzbefall festgestellt worden. Und: Der Gemeinde oblag als Eigentümerin die Verkehrssicherungspflicht.

Dass vor der ehemaligen Gaststätte jetzt etwas fehlt, diese Ansicht teilt Wagner. „Deshalb werden wir uns jetzt fachkundigen Rat einholen, welche Bäume sich an diesem Standort eignen, und dann mit dem Eigentümer des Gebäudes abstimmen, was wir neu anpflanzen“, sagte er gestern gegenüber den WN. Gerade weil viele Pendler auf dem Weg zum oder vom Bahnhof dort vorbeikommen, solle es in der Straße nach dem Willen der Verwaltung „vernünftig aussehen“.

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