Gemeinderat diskutiert 1978 über Anbindung der Friedhofstraße
„Pfiffiges Pflaster“ für das Nadelöhr

Lienen -

Die Sicherheit der Fußgänger hatte oberste Priorität, als der Gemeinderat 1978 über die Anbindung der Friedhofstraße an die Hauptstraße diskutierte. Zwei Stunden lang drehte sich damals alles um Hochborde und Poller. Darüber berichtete damals der Landbote.

Mittwoch, 02.10.2019, 21:00 Uhr
Um dieses „Nadelöhr“ ging es in der Sitzung des Lienener Rates. Er beschloss, dass Pfähle die Fußgänger schützen sollen.
Um dieses „Nadelöhr“ ging es in der Sitzung des Lienener Rates. Er beschloss, dass Pfähle die Fußgänger schützen sollen.

Die Sicherheit der Fußgänger hatte oberste Priorität, als der Gemeinderat 1978 über die Anbindung der Friedhofstraße an die Hauptstraße diskutierte. Zwei Stunden lang drehte sich damals alles um Hochborde und Poller. Damals hieß es dazu im Landboten:

„Die Problematik erwies sich als außerordentlich vielschichtig: Da war einmal die Grundsatzfrage ob Hochbord oder Poller; dann: ob einmal Hochbord oder beidseitig; dann: wenn Poller, ob sechs oder sieben; und: ob Poller aus Hartholz oder Eisen. Man sprach die „rustikale Ästhetik mit Renovierungstouch“ an, rang mit sich und den Ratskollegen um Poller-Standorte, erwog Einbahnstraßen-Regelung und Parkverbot, flüchtete wieder zum guten alten Hochbord und trennte sich von diesem Gedanken schließlich mit Mehrheit. Lienens Rat machte sich die Entscheidung über den einzigen Tagesordnungspunkt in dieser letzten Sitzung des Jahres nicht leicht. Es ging um die Anbindung der Friedhofstraße an die Hauptstraße, dieses „Nadelöhr“ im Dorfkern, das von Fußgängern und Autofahrern gleichstark frequentiert wird.

In der vorherigen Sitzung hatte der Rat sich unter Punkt „Verschiedenes“ gegen die geplante verschiedenfarbige Pflasterung von Straße und Fußweg an dieser Einmündung ausgesprochen und eine Hochbordanlage an der Seite Achelpohl für sicherer für Fußgänger gehalten. In der Sitzung am Dienstagnachmittag stand nun der Einwand des gegenüberliegenden Grundstückseigentümers, Dr. Robben, an, der befürchtete, dass bei einer einseitigen Hochbordanlage der Autoverkehr stark in Richtung auf sein Grundstück gedrängt werde und somit Gefahren für Fußgänger auf dieser Seite heraufbeschworen würden. Landesbaudirektor Pieper schilderte zu Beginn der Sitzung die Überlegungen, die bei der Planung zur Ausweisung dieses „pfiffigen Pflasters“ geführt hatten, das optisch Straße und Fußgängerbereich trennen sollte. Er wies auf die Nachteile von Hochbordanlagen an dieser engen Einmündung hin, die Bürgersteige in normaler Breite nicht zulasse. Pieper zeigte dagegen die Vorteile von Fahrbahn-Fußweg auf gleichem Niveau auf und regte an, den Fußgängerbereich durch eine „Stolperkante“ für Autos anzukündigen und durch „Poller“ in etwa Kniehöhe abzugrenzen. Dieser Schutz für die Fußgänger leuchtete vielen Ratsherren als die bessere Idee ein. So revidierten etliche Ratsmitglieder, die in der vorherigen Sitzung für die Hochbordanlage gestimmt hatten, ihre Meinung und sahen die Poller als bessere Lösung für diesen Bereich an.

Nach etwa zwei Stunden sollten die Abstimmungen das Meinungsknäuel entwirren. Die erste Abstimmung hob den Beschluss der vorherigen Sitzung auf. In der nächsten Abstimmung – verwirrender Zwischenruf „Worum geht es denn jetzt?“ – ging es um den Vorschlag, auf beiden Straßenseiten Hochbordanlagen zu schaffen: Die Ratsmehrheit sprach sich dagegen aus. Als die Ratsmitglieder zum dritten Mal die Hände zu heben hatten, stimmten 14 für Poller, fünf dagegen, zwei enthielten sich der Stimme. Und noch eine Abstimmung wurde zwecks Klärung der Situation erforderlich. Vier Poller auf der Seite Achelpohl standen fest, ob die Apotheken-und Drogerieseite mit zwei oder drei Pollern bestückt werden sollte, das war die letzte Frage. Sieben Ratsmitglieder waren für drei Poller, acht dagegen, vier enthielten sich der Stimme. Also werden zwei Poller die Apothekenseite abschirmen.“

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