Klaus Mindrup beim evangelischen Sozialseminar
Von Lienen nach Berlin und in die weite Welt

Lienen -

Klaus Mindrup sitzt für die Berliner SPD im Bundestag. Geboren wurde er in Lienen, wo er erste politische Erfahrungen im Gemeinderat sammelte. Jetzt kehrte er in seine alte Heimat zurück und berichtete beim Sozialseminar über seine Arbeit. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist Umwelt- und Klimapolitik.

Donnerstag, 10.10.2019, 23:00 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 17:42 Uhr
Anja Oetmann-Mennen leitete moderierend durch den Abend. Zusammen mit Friedel Stegemann freute sie sich über den Besuch von Klaus Mindrup (Mitte).
Anja Oetmann-Mennen leitete moderierend durch den Abend. Zusammen mit Friedel Stegemann freute sie sich über den Besuch von Klaus Mindrup (Mitte). Foto: Luca Pals

Die Freude darüber, seinen „Nachbarn und Kumpel aus alten Tagen“ vorstellen zu dürfen, war Friedel Stegemann sichtlich anzumerken: So handelt es sich bei Klaus Mindrup ja nicht nur um einen „waschechten Lienener“, sondern auch um einen SPD-Politiker, der seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages ist. Dort ist Mindrup unter anderem im SPD-Ausschuss für Umwelt und Bauen zuständig. Passender konnte der Gast für das evangelische Sozialseminar gar nicht sein. Thema war die Umwelt- und Klimakrise.

Klimakrise

Aktuelles Thema, spannender Gast – und schon ist alles voll. Nach dem Vortrag am Mittwochabend sind einige Dinge klar: Mindrup – der übrigens in Lienen bei einer Hausgeburt zur Welt kam – kann reden wie ein Politiker, er ist bestens informiert und „die Lösung der Klimakrise ist sehr komplex“, wie es Anja Oetmann-Mennen, die durch den Abend geführt hatte, betonte.

Mindrup lebte bis 1989 in Lienen, absolvierte seinen Zivildienst in Lengerich und studierte in Osnabrück. Heute lebt er in Berlin. Das politische Interesse sei früh in ihm geweckt worden: „Ich bin 1982 in die SPD eingetreten, weil mich das Thema der Sozialen Gerechtigkeit schon damals bewegt hatte.“ Blickt er auf Lienen – wo er „drei- bis sechsmal im Jahr“ ist – kommen nur positive Gedanken auf: „Immer wenn ich hier bin, fühle ich mich einfach sehr wohl. Ich schätze die Ruhe und die Ehrlichkeit der Menschen. Den Teutoburger Wald nutze ich zur Erholung.“

Man hat jeden Tag mit neuen Herausforderungen zu kämpfen.

Klaus Mindrup

Erste politische Fußabdrücke setzte Mindrup von 1984 bis 1989 im Lienener Gemeinderat. Damals war er als Sachkündiger Bürger im Umwelt- und Planungsausschuss aktiv. Das sei eine „sehr interessante Aufgabe“ gewesen, sagt er. Nun ist alles ein wenig größer: Seit sechs Jahren wirkt er im Trubel in Berlin mit, fliegt durch die Welt und sagt: „Meine 40-Stunden-Woche ist zwar schon mittwochs voll, aber es macht auch unglaublich viel Spaß. Man hat jeden Tag mit neuen Herausforderungen zu kämpfen. Am Ende ist es schön, wenn Ideen in Gesetzen verwirklicht werden können.“

Anerkennung

Im evangelischen Gemeindehaus gab er einen Einblick in seine politische Welt. Während der anschließenden Diskussion erntete er Anerkennung aus dem Publikum: „Politiker haben es ja nicht immer einfach, aber sie kümmern sich wirklich sehr.“ Mindrup fliegt zu Gesprächen nach China, holt sich Ideen in Skandinavien und war auf dem Klimagipfel in Paris 2015: „Es ist wichtig, den Menschen zuzuhören. Nur wer das kann und sich selbst hinterfragen kann, kann gute Politik machen.“ In der öffentlichen Wahrnehmung gehe dies der SPD ein wenig ab. Mindrup plädiert dafür, „den Menschen einfach wieder richtig zuzuhören.“ Beim Sozialseminar ging er mit gutem Beispiel voran.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6992344?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F176%2F
Traktoren-Korso bremst am Dienstag den Verkehr aus
Bereits im April 2019 demonstrierten Landwirte aus dem Münsterland mit ihren Traktoren in Münster. 
Nachrichten-Ticker