Eiche auf dem Hof Hilgemann hatte 400 Jahre auf dem Buckel
Koloss kracht mit Getöse zu Boden

Lienen -

Wenn alte, knorrige, landschafts- oder ortsbildprägende Bäume verschwinden, dann ist das zumindest für jeden Naturfreund immer ein bedauerliches Ereignis. Manchmal gibt es aber allein schon aus Sicherheitsgründen keine Alternative. Der Tecklenburger Landbote berichte in seiner Ausgabe vom 5. November 1980 vom Fällen einer uralten Eiche:

Freitag, 25.10.2019, 17:10 Uhr aktualisiert: 27.10.2019, 15:26 Uhr
Dir schätzungsweise 400 Jahre alte Eiche auf dem Hof Hilgemann wurde 1980 gefällt. Man wollte verhindern, dass der schon lange kränkelnde Baum bei einem Sturm womöglich aufs Dach des Bauernhauses fällt.
Dir schätzungsweise 400 Jahre alte Eiche auf dem Hof Hilgemann wurde 1980 gefällt. Man wollte verhindern, dass der schon lange kränkelnde Baum bei einem Sturm womöglich aufs Dach des Bauernhauses fällt. Foto: Michael Schwakenberg

„Einige Jahrhunderte überschattete ihre Krone den Hof Hilgemann in Meckelwege Nr. 10. In den letzten Jahren blieben die knorrigen Eichenäste kahl, nur selten spross noch Grün aus dem Geäst. ,In diesem Jahr war es nun ganz vorbei‘, erzählt Reinhard Hilgemann, der das Alter der Eiche nur noch schätzen kann. ,So um die 40 Jahre alt soll der Baum sein‘, berichtet der Landwirt, der die Eiche auf seinem Hof immer schon als ,alten Baum‘ kannte.

Am Dienstagnachmittag nun schlug das letzte Stündlein der morschen Eiche. ,Bevor sie uns später bei einem Sturm mal aufs Dach fällt, fällen wir sie lieber‘, meinte Reinhard Hilgemann auf die Frage, warum die Eiche fallen sollte. Seine Nachbarn halfen ihm bei dem ungewöhnlichen Stück Arbeit.

Fachmännisch schnitten die Männer Keile in den Stamm, der einen Durchmesser von 2,50 Meter hatte. Drei Traktoren mit Seilen warteten auf dem gefrorenen Acker auf das Kommando. Ein Ruck, ein bisschen Nachhilfe mit der Motorsäge und der Koloss krachte mit Getöse auf den Boden. Das morsche Holz splitterte, eine Staubwolke hüllte die Krone ein und alles war vorbei.

Die Familie Hilgemann und die helfenden Nachbarn sahen sich nun den Baumkoloss neugierig aus der Nähe an. Der Stamm war hohl, das Holz zum Teil schon schwammig zersetzt.

Der riesige Baumstumpf soll sitzenbleiben, wie Reinhard Hilgemann erklärte. ,Mal sehen‘, überlegte er, ,da können wir wohl noch einen Tisch draus machen.‘ Groß genug wird der runde Tisch ,Marke Natur‘ an der Sonnenseite des Hofes Hilgemann dank der 2,50 Meter Stammdurchmesser sein.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7022317?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F176%2F
Transparent am Dom
Ein riesiges Transparent hatten Unbekannte passend zum Wochenmarkt am Dom-Gerüst befestigt.
Nachrichten-Ticker