Gefeierte Premiere von „Ein verrücktes Haus“
Schlagerstar trifft Tupper-Tante

Lienen-Kattenvenne -

Die eingefleischten Fans wissen schon vor dem „Vorhang auf“, wohin sie für die nächsten zwei Stunden entführt werden: ins ach so vertrauten Örtchen Kattbergen. Beim neunten Stück der Theatergruppe der Genossenschaft 1312, das am Freitag Premiere feierte, tickte das fiktive Dorf allerdings nicht ganz richtig, was der Titel „Ein verrücktes Haus“ auch nicht anders vermuten ließ.

Sonntag, 27.10.2019, 15:24 Uhr aktualisiert: 28.10.2019, 19:38 Uhr
Die Bühne im evangelischen Gemeindehaus ist bei den Aufführungen der Theatergruppe Schauplatz einer Psychiatrie-WG. Auch wenn es zum Stück gehört, dass man genau das nicht merken soll. . .                  
Die Bühne im evangelischen Gemeindehaus ist bei den Aufführungen der Theatergruppe Schauplatz einer Psychiatrie-WG. Auch wenn es zum Stück gehört, dass man genau das nicht merken soll. . .                   Foto: Arnd Tillmann (3)

Das Stück spielt in der Wohngemeinschaft einer psychiatrischen Klinik. Aber wie verrückt kann die Situation werden, wenn die Mutter zu Besuch kommt und nicht wissen darf, dass man in einer Klinik-WG wohnt? Vor dieser Herausforderung steht Agnes Adolon , Tochter einer reichen Hoteldynastie. Sie wurde zwangsweise wegen ihrer Sexsucht eingewiesen. Mit der hat sie sich eigentlich ganz gut arrangiert, aber Mutti hat ja keinen blassen Schimmer. Kurzerhand sollen die Mitbewohner aus Agnes skurriler WG so tun, als hätten sie alle nichts.

Und es kommt, wie es kommen muss: Ein temporeiches, turbulentes Verwechselungsspiel nimmt seinen Lauf. Können die Stalkerin Marianne oder der Neurotiker Bernd eigentlich auch normal? Und als wäre das alles nicht genug, schauen auch noch eine „Tuppertante“ und ein in die Jahre gekommener Schlagerstar vorbei. Stellt sich die Frage, ob die Ähnlichkeit mit Heino Zufall oder gewollt ist.

Schon vor der Pause hatten manche Zuschauer Tränen in den Augen – vom Lachen natürlich. Die Truppe um Theater-Urgestein Karlheinz Arndt zeigte wieder einmal, wie man mit Spielfreude und langer Bühnen-Erfahrung eine Komödie gekonnt inszeniert. Nicht eine Pointe, die nicht zündete.

Schon zum Markenzeichen der Genossen von 1312 sind die immer wieder im Stück eingebauten Solobeiträge der Protagonisten geworden. Liebevoll und behutsam hat Arndt das Stück von Winnie Abel adaptiert, es mit Witz und Musik verfeinert.

„Die eigentlichen Proben beginnen immer nach den Sommerferien“, so der Regisseur. Das heißt: Zwei Monate intensiver Proben liegen hinter den Darstellern. Und das unter erschwerten Bedingungen, denn das Gemeindehaus steht erst kurz vor der Premiere zur Verfügung und eine Probebühne gibt es nicht.

Bei der Premiere war von den Mühen der vergangenen Wochen nichts zu spüren. Und auf jeden, der eine Karte für eine der nächsten Vorstellungen ergattert hat, wartet mit „Ein verrücktes Haus“ ein großes Vergnügen.

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Da die ursprünglich geplanten Aufführungen allesamt ausverkauft sind, gibt es vier Zusatztermine: Samstag, 9. November (19 Uhr), Sonntag 10. November (18 Uhr), Samstag, 16. November (19 Uhr) und Sonntag 17. November (16 Uhr). Karten sind im Vorverkauf in Lienen in der Tourist-Information im Haus des Gastes und in Kattenvenne an der Tankstelle Haßmann zu bekommen.

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