Massenweise totes Holz muss raus
Wanderwege leiden unter Forstarbeiten

Lienen -

Meistens klappt es ganz gut. Manchmal sind Forstwirtschaft und Tourismus aber nur schwer in Einklang zu bringen. Aktuell ist das auf einigen Abschnitten der Wanderwege auf Lienener Gebiet offensichtlich der Fall. „Nach der Verlegung des Hermannsweges oberhalb des Steinbruchs ist der Weg kaum begehbar, hat an Attraktivität verloren“, berichtete Reiner Deutsch (SPD) in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Touristik und Kultur am Montagabend.

Mittwoch, 13.11.2019, 17:08 Uhr aktualisiert: 13.11.2019, 17:10 Uhr
Ohne schwerem Gerät können die Waldbauern und Lohnunternehmer den Massen an durch Trockenheit und Borkenkäfer geschädigtem Holz nicht Herr werden. Da bleibt es nicht aus, dass nach den Niederschlägen der vergangenen Wochen die als Wandwege ausgewiesenen und teils aufgeweichten Pisten in Mitleidenschaft gezogen werden.
Ohne schwerem Gerät können die Waldbauern und Lohnunternehmer den Massen an durch Trockenheit und Borkenkäfer geschädigtem Holz nicht Herr werden. Da bleibt es nicht aus, dass nach den Niederschlägen der vergangenen Wochen die als Wandwege ausgewiesenen und teils aufgeweichten Pisten in Mitleidenschaft gezogen werden. Foto: Archiv/Frank Vogel

Damit sprach er ein Dilemma an, dass sich so ohne Weiteres nicht aus der Welt schaffen lässt. Denn: „Das ist der Nachteil des Hermannsweges, dass er auch Hauptrückeweg ist“, erläuterte Anja Schmidt von der Tourist-Information. Fast alle zum Wandern ausgewiesenen Wege dienten in erster Linie forstwirtschaftlichen Zwecken.

Mit Blick auf die massiven Schäden durch Trockenheit und Borkenkäfer, die umfangreiche Fällarbeiten und das Abfahren des Holzes erfordern, sagte Schmidt: „Aktuell macht eine Instandhaltung keinen Sinn, da weiterhin viel gerückt wird.“ Sie gab auch zu bedenken, dass viele Wanderer naturnahe Wege den geschotterten Pisten vorziehen.

Ausschussvorsitzender Fritz Ibershoff (CDU) sprach von einer „Extremsituation“ und blickte nach vorne: „Das wird sich in den nächsten Jahren wieder beruhigen.“

Was das Wanderwegenetz insgesamt angeht, kündigte Schmidt an, dass sich die Gemeinde verwaltungsseitig künftig auf den Hermannsweg und zwei oder drei weitere Wanderwege beschränken wolle. „Das kostet alles Geld, und die Eigentümer müssen auch immer mitspielen“, führte sie als Begründung an.

Im Ausschuss gab es dazu ein geteiltes Echo. Reiner Deutsch plädierte dafür, auf die anderen zum Teil in den 1970er Jahren angelegten Wege „nicht zu verzichten“. Sabine Gräler und Adelheid Kubitz-Eber vom Bündnis für Ökologie und Demokratie bemängelten, dass es an einem Gesamtkonzept für das Lienener Wanderwegenetz fehle.

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