Wildwechsel: Warntafeln sollen Aufmerksamkeit schärfen
In der Dämmerung wird´s brenzlig

Lienen -

Wenn der Berufsverkehr wieder in die Zeit von Sonnenauf- und -untergang fällt, erhöht sich die Gefahr von Wildunfällen. Rehe, Hirsche, Wildschweine und Co. sind um diese Zeit auf Nahrungssuche oder kehren in ihre Ruhezonen zurück und überqueren dabei Straßen. Vor einiger Zeit sind große Hinweisschilder entlang der Lengericher Straße aufgestellt worden.

Freitag, 29.11.2019, 06:27 Uhr aktualisiert: 29.11.2019, 18:32 Uhr
Im Winter steigt die Zahl der Wildunfälle. Weil es immer früher dunkel wird, kollidieren zwei Verkehrsströme, die nicht zusammenpassen: Autofahrer und umherziehende Wildtiere. Große Warntafeln sollen Autofahrer an der Lengericher Straße auf die Gefahren aufmerksam machen.
Im Winter steigt die Zahl der Wildunfälle. Weil es immer früher dunkel wird, kollidieren zwei Verkehrsströme, die nicht zusammenpassen: Autofahrer und umherziehende Wildtiere. Große Warntafeln sollen Autofahrer an der Lengericher Straße auf die Gefahren aufmerksam machen. Foto: Silke Bergmann

Hegeringleiter Hartmut Grotholtmann berichtet, dass in diesem Revierabschnitt regelmäßig Wildunfälle passieren und dass diese Straße diejenige mit der höchsten Wildunfallrate im Kreis Steinfurt ist. Allein im vergangenen Jahr gab es auf dieser Strecke rund 30 Wildunfälle. „Hauptsächlich mit unerfahrenen Jungtieren“, so Grotholtmann.

Die Schilder sind ein Pilotprojekt in Kooperation von Kreisjägerschaft und Kreispolizei. In Diepholz sind solche Warntafeln schon errichtet worden. Dort fahren Autofahrer nun im Schnitt freiwillig 16 Stundenkilometer langsamer, so die Kreispolizei.

„Ein 20 Kilogramm schweres Reh besitzt bei einer Kollision mit Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne“, hat der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen ermittelt. Dabei ist es im Herbst und Winter besonders gefährlich – je früher es dunkel wird, desto eher sind Autofahrer und Wildtiere zeitgleich unterwegs. Damwild und anderes Wild sind vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung unterwegs.

Besonders heikel wird es kurz nach der Zeitumstellung. Mit einem Mal sind Autofahrer zu ganz anderen Zeiten unterwegs als vorher – zumindest für die Wildtiere. Die Zeit von Mitte Oktober bis November ist zudem Brunftzeit des Damwildes.

Bei der Nahrungssuche wandern die Tiere durch abwechslungsreiche Landschaften. Sie wechseln vom Schutz bietenden Wald auf freie Flächen, auf denen sie äsen. Besondere Aufmerksamkeit ist daher bei Fahrten durch Wälder und Felder geboten.

Verhaltenstipps für Autofahrer

Autofahrern geben Landesjagdverband und Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz folgende Hinweise: Der Unfall ist nicht mehr zu vermeiden? Lenkrad festhalten, Abbremsen, nicht ausweichen – sonst fährt man womöglich gegen einen Baum. Ein Wildtier wurde angefahren? Warnblinker einschalten, Unfallstelle sichern und die Polizei verständigen. Das verletzte oder tote Tier niemals mitnehmen (das ist Wilderei und steht unter Strafe). Eine Straße wurde neu gebaut? Straßenränder – vor allem in Wald und Feld – besonders genau beobachten. Tiere behalten gewohnte Routen bei. Ein Tier hat die Straße überquert? Wildtiere sind selten allein unterwegs – mit Nachzüglern rechnen. Mitten auf der Straße steht bewegungslos ein Tier? Fernlicht aus; durch die Lichtblendung verfallen die Tiere in eine Art Schockstarre, sie werden orientierungslos. Deshalb: Abblenden, Bremsen und Warnblinker an.

...

Wichtig ist zu wissen: Wenn man ein Tier beobachtet, das die Straße überquert, muss man davon ausgehen, dass weitere Tiere folgen. „Die Jungtiere sind jetzt noch bei ihren Eltern“, betont Grotholtmann. Die Alttiere gehen sichernd vor, die Jungtiere folgen. Das Wild sollte keinesfalls mit Fernlicht geblendet werden. Das verwirre die Tiere, so dass sie oft instinktiv auf die Lichtquelle zuliefen. Es gelte, Ruhe zu bewahren und abzuwarten.

Zum Thema

Der jüngste Wildunfall auf der Lengericher Straße ereignete sich am Mittwoch um 19.30 Uhr. Ein Reh rannte gegen ein Auto, gefahren von einem 19-jährigen Lengericher. Das Tier flüchtete, am Pkw entstand für 500 Euro Schaden.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7095955?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F176%2F
Zweiter Anlauf für den Hafenmarkt
Eine Mehrheit im Rat stimmte für einen neuen Anlauf, um den Hafenmarkt bauen zu können.
Nachrichten-Ticker