Verwaltung berichtet von Gespräch mit Straßen NRW / CDU fühlt sich übergangen
Stillstand in Sachen B 475?

Lienen/Kattenvenne -

Wenn es um Lienen und Kattenvenne geht, dann hat der Landesbetrieb Straßen NRW offenbar keine besonderen Ambitionen, sich zu engagieren. Diesen Eindruck haben jedenfalls die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses bei ihrer jüngsten Sitzung gewonnen, als Bauamtsleiter Nico Königkrämer von einem Treffen mit Vertretern der Behörde berichtete.

Freitag, 29.11.2019, 18:24 Uhr aktualisiert: 01.12.2019, 11:42 Uhr
Kein Einzelfall: Ende Januar dieses Jahre verunglückte ein Sattelzug im kurvenreichen Abschnitt der B 475 zwischen Markenweg und Ostbeverner Damm.
Kein Einzelfall: Ende Januar dieses Jahre verunglückte ein Sattelzug im kurvenreichen Abschnitt der B 475 zwischen Markenweg und Ostbeverner Damm. Foto: Michael Schwakenberg

Hauptsächlich ging es dabei um den Zustand der B 475 (Glandorfer Damm) zwischen Kattenvenne-Ost und Landesgrenze sowie um den Ausbau des Radweges an der Iburger Straße und den Neubau eines Radweges entlang der Kattenvenner Straße.

Was die B 475 betrifft, unternimmt der Landesbetrieb Straßen nach Königkrämers Darstellung aktuell keine Anstrengungen, an der Situation etwas zu verbessern. Zum einen, da es sich nicht um einen Unfallschwerpunkt handele und die Fahrbahn vor vier Jahren erst saniert worden sei. Zum anderen, weil Verhandlungen mit den Grundeigentümern für einen Ausbau der Straße bislang nie zu einem Ergebnis geführt hätten. Zudem genieße die Maßnahme im Bundesverkehrswegeplan auch keine hohe Priorität.

Beide Argumente stießen im Ausschuss auf völliges Unverständnis. Die Mitglieder verwiesen darauf, dass in besagtem Abschnitt regelmäßig Laster und Autos im Graben landeten. Beim Thema Grundstücksverhandlungen war das Kopfschütteln mindestens genauso groß. Mehrere Ausschussmitglieder berichteten, dass noch nie jemand bei ihnen gewesen sei, um Verhandlungen über Grunderwerb für einen Ausbau der Straße zu führen.

Dass Straßen NRW der Gemeinde jetzt laut Königkrämers Darstellung empfiehlt, die Eigentümer der in Frage kommenden Flächen auf deren Verkaufsbereitschaft hin abzuklopfen, nahm in den Augen einiger Ausschussmitglieder schon fast zynische Züge an.

Was neue Radwege an Landes- oder Bundesstraßen betrifft, setzt der Landesbetrieb laut Königkrämer auf sogenannte Bürgerradwege, für die er nach Fertigstellung die Verantwortung und damit sämtliche Verpflichtungen übernimmt. Im Vorfeld schießt der Landesbetrieb laut Königkrämer pauschal 80 000 Euro pro Kilometer für Grunderwerb und Erstellung zu, weitere 15 000 Euro gibt der Kreis. Der Bauamtsleiter und Mitarbeiter Michael Wagner waren sich einig, dass der Betrag nur dann die Kosten deckt, wenn keine Brücken erforderlich seien.

Dass die Vertreter von Straßen NRW ein Treffen nur mit der Gemeindeverwaltung, aber nicht mit der Politik wollten, nannte der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Stehr „skandalös“. „Da wird dann vieles weggeschoben.“ Stehr mutmaßte, dass Lienens Lage an der Landesgrenze dazu führe, nicht sonderlich beachtet zu werden. Der Ausbauzustand der B 475 erinnere ihn an die Situation vieler Straßen im ehemaligen Zonenrandgebiet an der innerdeutschen Grenze. Überdies sei die Situation auf niedersächsischer Seite, auch was die Radwege betrifft, deutlich besser.

Statt einer reinen Verwaltungsveranstaltung hätte sich Stehr nach eigener Aussage eine Bustour mit den Mandatsträgern, zumindest aber mit den Fraktionsvorsitzenden, zu den neuralgischen Punkten auf Lienener Gebiet im Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebs gewünscht.

In der Tat war es Stehr selbst, der bereits vor Monaten in einer Ausschusssitzung ein solches Treffen angeregt hatte – mit Beteiligung der Politik.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7098744?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F176%2F
Das ändert sich mit dem Fahrplanwechsel im Münsterland
Bahnverkehr: Das ändert sich mit dem Fahrplanwechsel im Münsterland
Nachrichten-Ticker