Barrierefreiheit im Ortskern: VdK überzeugt Politik und Verwaltung
Rat beschließt Maßnahmen-Paket

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Nachdem der VdK-Ortsverband Anfang Juli zu einem Rundgang durch den Ortskern eingeladen hatte, um Schwachstellen in Sachen Barrierefreiheit aufzudecken (die WN berichteten), soll es in absehbarer Zeit spürbare Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen oder auch Eltern mit Kinderwagen geben. Das hat der Rat bei seiner jüngsten Sitzung auf Grundlage einer Verwaltungsvorlage beschlossen, die wiederum auf einem VdK-Antrag basiert.

Freitag, 27.12.2019, 17:40 Uhr aktualisiert: 29.12.2019, 14:10 Uhr
Schön anzusehen, aber nicht alltagstauglich: Das Pflaster zwischen Hauptstraße und Dorfteich ist für Menschen mit Gehbehinderungen, Rollstuhlfahrer oder Eltern mit kleinen Kindern und Kinderwagen mehr als nur eine unliebsame Herausforderung.
Schön anzusehen, aber nicht alltagstauglich: Das Pflaster zwischen Hauptstraße und Dorfteich ist für Menschen mit Gehbehinderungen, Rollstuhlfahrer oder Eltern mit kleinen Kindern und Kinderwagen mehr als nur eine unliebsame Herausforderung. Foto: Michael Schwakenberg

Unstrittig war im Rat, „dass die Parksituation auf dem Behindertenparkplatz vor der Sparkasse entspannt werden soll. Sei es durch vermehrte Kontrollen des ruhenden Verkehrs durch die „Verkehrsüberwachungskraft der Gemeinde“ einerseits und andererseits durch einen breiteren Zuschnitt der zwei Parkplätze. Dieses Problem soll in Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse, die Teileigentümerin der Parkfläche ist, besprochen werden.

Auch die Installation eines beidseitigen Geländers an der Treppe der Gemeindeverwaltung an der Hauptstraße soll nach Abstimmung mit der zuständigen Denkmalbehörde zügig erfolgen.

Bereits geprüft wird seitens der Verwaltung, wie und wo am Haus des Gastes oder in der näheren Umgebung ein behindertengerechtes WC aufgestellt werden kann. Bis zu einer endgültigen Entscheidung, so schlägt es die Verwaltung vor, könnte vorübergehend eine mobile Lösung zum Tragen kommen. Angebote von entsprechenden Anbieten würden bereits eingeholt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Verbindungsweg von der Hauptstraße (Apotheke/Farmhaus) zum Dorfteich. Im oberen Bereich war das historische Rumpelpflaster bereits nach der Überschwemmung samt Unterspülung im Sommer 2016 entfernt und durch ebenes Granitpflaster ersetzt worden. Der Vorschlag der Verwaltung, vom neuen Granit einen ebenen Streifen auf einer Breite von 1,50 Meter bis zur Straße durchzuziehen, ging CDU-Fraktionssprecher Michael Stehr nicht weit genug: „Von mir aus können wir die alten Steine komplett rausschmeißen“, sagte er. Sein Fraktionskollege Gerhard Schomberg ergänzte: „Für Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte ist das eine Katastrophe.“

Das sah der Rest des Rates nicht anders. Carsten Antrup (FDP) appellierte allerdings, bei der Wahl eines neuen Belages das Gesamterscheinungsbild des Ortes im Auge zu haben: „Wir sollten ein Material wählen, dass dann bei Bedarf auch an anderer Stelle im Ort zum Einsatz kommen kann.“ Auch dieser Vorschlag kam bei den anderen Ratsmitgliedern gut an.

Was die sichere und einfache Begehung des Dorfteichgeländes betrifft, ist die Verwaltung nach eigener Darstellung ebenfalls bereits am Ball. Dieser Wunsch soll im Zuge der geplanten Umgestaltungsmaßnahme am Dorfteich im Rahmen eines Leader-Projekts umgesetzt werden.

Bei einem zentralen Anliegen des VdK , die Einrichtung einer Tempo-30-Zone auf der Hauptstraße im Ortskern, musste die Verwaltung jedoch passen. Zumal sie das Heft des Handelns dort nicht in der Hand hat, da es sich um eine überörtliche Straße handelt. Für Tempo 30 bedürfe es einer verkehrsrechtlichen Anordnung durch den Kreis Steinfurt, die aber nur erteilt werde, wenn ein Anordnungsgrund vorliege. Dieser sei dann gegeben, „wenn die überörtliche Straße direkt vor einer besonderen Einrichtung (Kita, Schule, Krankenhaus oder Altenheim) verläuft, deren direkter Zugang auch genau in die Richtung der Straße besteht“. Das sei entlang der Hauptstraße jedoch nicht der Fall.

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