Experten-Tipps für die Silvesternacht
Hunde einig: Knallerei sollte besser ausfallen

Tecklenburger Land -

Hunde mögen keine Knallerei, Silvester bedeutet für die Tiere stress pur. Was also tun, wenn sich an Silvester zu vorgerückter Stunde der Jahreswechsel nähert und ungeduldige Zeitgenossen bereits die ersten Kracher zünden? Hundeexperte Stefan Beermann hat im Sinn der Vierbeiner wertvolle Tipps für Frauchen und Herrchen parat:

Montag, 30.12.2019, 16:40 Uhr
Für die meisten Menschen ist Silvester ein Fest, für viele Hunde und andere Tiere hingegen Stress pur.
Für die meisten Menschen ist Silvester ein Fest, für viele Hunde und andere Tiere hingegen Stress pur. Foto: nn

„Um es am Anfang ganz deutlich zu sagen: Silvester ist keine Trainingssituation für Hunde. Bitte nicht alles glauben, was Google so von sich gibt und an Silvester versuchen, den Hund an Geräusche zu gewöhnen. Das habe ich leider alles schon erlebt. Ich kann mich gut an einen Hund erinnern, der durch einen einzigen Silvesterknaller traumatisiert war und wochenlang nicht mehr vor die Tür wollte. Diese Ängste wünscht man keinem Hund.

Wenn ich eine Umfrage unter den Hunden durchführen würde, könnten die Hunde sehr gut auf Silvester verzichten und würden dafür stimmen, diese extremen Lichtreize, jodelnde Luftgeschosse und stundenlange Knallerei ausfallen zu lassen.

Für viele von uns ist es ein Fest und für viele Hunde und andere Tiere ist es alles andere als das. Wir sollten uns bewusst sein, dass Hunde Todesängste erleben können oder sie deutlich verängstigt sind und Stress erleben. Klar gibt es auch die hartgesottenen Hunde, denen das Geballere und die Zischgeräusche egal sind. Dann hat man als Besitzer einfach mal Glück gehabt. Viele Hunde leiden jedoch sowohl schon vor Silvester als auch nachher. Denn auch zu diesen Zeiten wird geböllert, was das Zeug hält.

Was soll ich nun als Hundebesitzer tun? Ich würde mir wünschen, gerade und insbesondere, wenn ihr Hund sein erstes Silvester erlebt, dass Sie mit dem Hund im sicheren Hafen, das heißt zu Hause bleiben. Schirmen Sie den Hund, so gut es geht, von den Geräuschen und optischen Signalen ab. Rollläden und Fenster schließen, Musik im Hintergrund laufen lassen (kein Radio und Fernseher, da wird ja auch das Feuerwerk abgebrannt) Bleiben Sie bei Ihren Hunden. Wenn diese Nähe zu Ihnen suchen, geben Sie diese Nähe, beruhigen sie den Hund, machen sie mit ihm Futtersuchspiele oder geben dem Hund etwas zum Ablenken, beispielsweise einen Kauknochen. Ja, Sie dürfen Ihren Hund auch beruhigen.

Es hält sich leider immer noch das Gerücht unter Hundebesitzern, dass Ängste verstärkt werden, wenn ich meinem Hund Zuwendung gebe. Das ist mittlerweile durch etliche Studien widerlegt. Gefühlt hatten wir Hundebesitzer also schon immer den richtigen Gedanken, dass es nicht okay sein kann, seinen Hund in einer Angstsituation zu ignorieren und so zu tun, als wenn wir ihn nicht kennen.

Hunde erleben die Angst genauso wie wir. Dann ist es doch beruhigend, jemanden an seiner Seite zu haben. Hätten wir mal öfter auf unsere Intuition gehört, denn das Kuschelhormon Oxytocin wird bei sozialer Zuwendung sowohl beim Hund als auch beim Menschen freigesetzt, und damit werden positive Gefühle ausgelöst.

Für Silvester gilt: Versuchen Sie einfach, die Tage so entspannt zu machen, wie es eben geht. Der Hund merkt, wenn Sie selbst angespannt sind. Lassen Sie vermehrt die Leine am Hund (auch vor und nach Silvester). Knallgeräusche können nämlich ein Fluchtverhalten, also Wegrennen, verursachen.

Kennzeichnen Sie Ihren Hund beispielsweise mit einer Telefonnummer am Halsband. Die Spaziergänge dürfen zu dieser Zeit auf das Nötigste beschränkt werden. Wenn der Hund sich an einen ruhigen Ort im Haus zurückziehen möchte, zum Beispiel, lassen Sie dieses bitte zu.

Es gibt diverse Hilfsmittel auf dem Markt wie Thunder Shirt, Calming Cap, Relaxpetbox, Bachblüten, Pheromone und so weiter. All das kann man noch unterstützend einsetzen. Aber wenn Sie merken, ihr Hund hat übermäßig Stress, macht es Sinn, fürs nächste Jahr frühzeitig einen erfahrenen professionellen Hundetrainer zurate zu ziehen, um an der Problematik zu arbeiten, damit das nächste Silvester dann besser klappt.“

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