Gastwirt Julian Fletemeyer will sich auf Lienen konzentrieren
Künftig nur noch ein „Platzhirsch“

Lienen/Hagen -

Die Vorweihnachtszeit hatte sich „Platzhirsch“-Betreiber Julian Fletemeyer anders vorgestellt: „So ein Schritt ist kurz vor den Festtagen immer besonders bitter, vor allem für die Mitarbeiter.“ Doch die Ankündigung, den „Platzhirsch“ in Hagen zu schließen, sei absehbar gewesen sei: „Auch der Eigentümer der Gellenbecker Immobilie wusste seit Monaten, dass der Umsatz die Kosten nicht mehr trägt.“

Mittwoch, 01.01.2020, 16:22 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 18:03 Uhr
Den Standort in Hagen-Gellenbeck zu schließen, fällt Julian Fletemeyer nicht leicht. Doch die Umsatzzahlen und auch seine familiäre Situation lassen ihm nach eigener Aussage keine andere Wahl.
Den Standort in Hagen-Gellenbeck zu schließen, fällt Julian Fletemeyer nicht leicht. Doch die Umsatzzahlen und auch seine familiäre Situation lassen ihm nach eigener Aussage keine andere Wahl. Foto: Gert Westdörp

Der Restaurant-Chef wickelt für den Stress, den er angesichts des von der Regelinsolvenz betroffenen Lokals in Gellenbeck gerade hat, mit bemerkenswerter Normalität das tägliche Geschäft ab: „Dies ist natürlich keine einfache Situation für alle. Wir hätten es uns auch leicht machen und den Platzhirsch in Gellenbeck nach dem Insolvenzantrag einfach von heute auf morgen schließen können.“ Aber das sei bewusst nicht geschehen. Es werde von seiner Seite alles getan, um die negativen Folgen in jeder Hinsicht so minimal wie möglich zu halten.

Fletemeyer ist allerdings etwas irritiert, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt worden ist, dass die Entwicklung sich nicht abgezeichnet habe: „Überraschend ist vielleicht der Zeitpunkt des Insolvenzantrages gewesen. Aber die finanziellen Schwierigkeiten aufgrund der rückläufigen Umsätze sind auch unserem Verpächter seit rund einem dreiviertel Jahr bekannt gewesen.“

Es gebe hier auch keine „Altlasten“, die eine Rolle spielten, wie zuletzt spekuliert worden sei. „Der Restaurantbetrieb hat sich zuletzt einfach immer weniger getragen, da die Bankett-Umsätze im Saal deutlich zurückgegangen sind“, erläutert der Platzhirsch-Wirt, dass nur die „vor Ort erwirtschafteten Zahlen“ bei der Insolvenz eine Rolle spielten und dazu geführt hätten, dass die Notbremse gezogen wurde.

Dass zum Beispiel der Standort in Lienen längere Zeit leer gestanden habe, sei ohne Auswirkungen. Fletemeyer: „Dort hat es mit dem Eigentümer die Vereinbarung gegeben, dass die Pacht ausgesetzt wird, bis das Lokal wieder geöffnet wird.“ Dies ist seit November der Fall, und an dem Standort sieht Fletemeyer auch perspektivisch seine Zukunft.

„Wir haben noch einmal Nachwuchs bekommen. Und mit drei Kindern sehen wir keine Möglichkeit, gleichzeitig zwei Lokale zu managen. In Lienen ist die Konstellation ohne Saalbetrieb einfacher“, erklärt er die Entscheidung.

In Gellenbeck will er aber das im Frühjahr 2016 übernommene Restaurant „sauber abschließen“.

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