Kerstin Hunsche-Schellner füllt mit ihrer „erlebnispädagogischen Pony-Schule“ eine Nische
Ohne Angst und Druck aufs Pferd

Lienen -

Pferd putzen, satteln, draufsetzen, los geht‘s. An Möglichkeiten, im pferdebegeisterten Lienen Reitunterricht zu nehmen, mangelt es wahrhaftig nicht. Aber Kinder spielerisch an Pferde heranzuführen und ihnen somit früh einen engen Kontakt zu ermöglichen, das ist doch eher die Ausnahme. Kerstin Hunsche-Schellner vom gleichnamigen Reiter- und Ferienhof an der Schafstraße hat diese Nische jetzt für sich entdeckt.

Donnerstag, 16.01.2020, 18:02 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 18:06 Uhr
Kerstin Hunsche-Schellner (links) und Carolin Borchers bieten die „erlebnispädagogische Pony-Schule“ für Kinder unterschiedlicher Altersstufen an. Zu jeder Einheit gehören Theorieteile und Kreativangebote. Rechts eine Speisekarte für Pferde, die die Kinder erstellt haben.
Kerstin Hunsche-Schellner (links) und Carolin Borchers bieten die „erlebnispädagogische Pony-Schule“ für Kinder unterschiedlicher Altersstufen an. Zu jeder Einheit gehören Theorieteile und Kreativangebote. Rechts eine Speisekarte für Pferde, die die Kinder erstellt haben. Foto: Michael Schwakenberg

Die ersten Angebote laufen bereits – und sind ausgebucht. „Durch eine Freundin bin ich darauf gekommen. Mich hat das sofort angesprochen“, berichtet die 48-Jährige, während neben ihr vier Kinder eine Tafel mit Verhaltensregeln im Umgang mit den Tieren studieren.

Jede Einheit des zehnteiligen Kurses beginnt mit einem lockeren Theorie- und einem Kreativteil, ehe die Kinder nacheinander auf Billy reiten dürfen. „Shettys sind ja bekannt dafür, etwas frech zu sein, aber Billy ist total lieb, der lässt alles mit sich machen“, erzählt Hunsche über den 19-jährigen Shetland-Wallach. Respekt zu haben, das lernen die Kinder schon ganz zu Anfang. Aber Angst haben sie ganz offensichtlich nicht. Und auch Billy scheint die Treffen mit den Kindern zu genießen. Kerstin Hunsche-Schellner: „Welches Pferd freut sich nicht, wenn es aus dem Stall herauskommt?“

Wie die Lienenerin berichtet, hat sie mit drei Jahren zum ersten Mal im Sattel gesessen und als Jugendliche erfolgreich auf Turnieren geritten, Dressur und Springen, ehe ein Bandscheibenvorfall bereits im Alter von 15 Jahren die sportlichen Ambitionen zunichte machte. 2013 übernahm die gelernte Wirtschafterin und Reitlehrerin den Betrieb von ihrer Mutter mit Pensionspferden, Gästezimmern und Reitunterricht. Aktuell absolviert sie eine reitpädagogische Weiterbildung.

„Während der Schulzeit habe ich oft Klassen mit behinderten Kindern zu Gast“, berichtet die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen. Ihr sei es wichtig, dass Pferd als Partner zu betrachten und nicht als Tier, das der Reiter beherrschen muss. Deshalb gehört zu ihrer „erlebnispädagogischen Pony-Schule“, dass die Kinder viel über das Pferd lernen: von der Anatomie und Fressgewohnheiten über Körpersprache und Sozialverhalten bis hin zu Krankheiten.

Natürlich habe die Pony-Schule das Ziel, Kinder ans Reiten heranzuführen. „Aber was sie letztlich daraus machen, das ist ihnen selbst überlassen“, sagt die Reitlehrerin. Ganz sicher ist, dass die Kleinen nicht ins kalte Wasser geworfen werden, sondern behutsam und ohne Zwang ans Pferd gewöhnt werden und somit angstfrei in die Materie einsteigen können.

Die Kurse zu zehn Einheiten finden immer mit vier Kindern pro Pony und mit maximal zwei Ponys statt. Darüber hinaus bietet Kerstin Hunsche-Schellner auch Schnup- per-Einheiten, Workshops und weitere Formate für Kindergärten, Schulen und andere interessierte Gruppen an. Zum Konzept gehört auch, dass Kinder und Eltern am Ende eines Kurses ein Bewertungs- formular ausfüllen und abge- ben dürfen. Stolz präsentiert sie das Ergebnis der ersten Feedback-Runde: vier Mal Bestnote, mehr geht nicht.

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