Pastoralreferent Norbert Brockmann wird Krankenhaus-Seelsorger in Münster
Nach 20 Jahren noch mal was Neues

Lienen -

Norbert Brockmann ist das Gesicht der katholischen Kirche in Lienen, hat das Gemeindeleben dort in den vergangenen 20 Jahren maßgeblich geprägt. Vieles geschah im Hintergrund, zum Beispiel der Einsatz für Bedürftige. Am 1. Mai tritt er eine neue Stelle an – am Franziskus-Hospital in Münster.

Dienstag, 04.02.2020, 19:08 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 17:44 Uhr
Norbert Brockmann in seinem Büro im ehemaligen Pfarrhaus, in dem er mit seiner Familie gerne wohnen bleiben würde. In Lienen fühlen sie sich heimisch.
Norbert Brockmann in seinem Büro im ehemaligen Pfarrhaus, in dem er mit seiner Familie gerne wohnen bleiben würde. In Lienen fühlen sie sich heimisch. Foto: Michael Schwakenberg

Wenn man die Hälfte seines Berufslebens hinter sich hat, dann sollte man als Seelsorger nicht mehr allzu lange zögern, wenn man noch einmal die Stelle wechseln möchte. Das weiß auch Norbert Brockmann von der katholischen Kirchengemeinde Maria Frieden . „Ich bin jetzt 59. Da ist es eigentlich schon zu spät“, sagt der Pastoralreferent – und muss über seine Erkenntnis lachen. Denn: Er tut es trotzdem. Mit Wirkung vom 1. Mai fängt Brockmann als Krankenhaus-Seelsorger im Franziskus-Hospital in Münster an.

Dieser Schritt mag viele Lienener überraschen. Denn Brockmann ist seit 20 Jahren das Gesicht der katholischen Kirche im Ort. „Hier sind wir heimisch geworden, hier haben wir unsere Freunde und unseren Lebensmittelpunkt“, sagt Brockmann. Doch er macht auch keinen Hehl daraus, dass er sich vor Jahren schon einmal auf eine Stelle in der Krankenhaus-Seelsorge beworben hat. Das habe aber nicht geklappt. „In den letzten Jahren dachte ich immer, ich gehe in Lienen in Pension.“ Damit hätte er auch gut leben können. „Als ich die Stellenausschreibung gelesen habe, hat mich das erst auch gar nicht angefasst. Nach acht Wochen dann aber doch.“

Nun hat er die Stelle – und bereitet sich innerlich so langsam auf den Abschied vor. Dazu gehört auch zurückzublicken: Brockmann wuchs als Arbeiterkind in Dülmen auf, machte nach einer Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten das Fachabitur und entschloss sich daraufhin, Priester zu werden. Er wählte dazu das sogenannte Ahlener Modell mit hohem Praxisanteil und einem begleitendendem, kircheninternen Theologiestudium in Würzburg.

„Dann lernte ich meine Frau kennen.“ Anstatt Priester zu werden, gründete Brockmann eine Familie und wurde Pastoralreferent mit Stationen in St. Marien in Münster-Sprakel, St. Dionysius in Rheine und als drittes in Maria Frieden in Lienen. „Nirgendwo hat mich die Arbeit so erfüllt wie in Lienen“, sagt Brockmann. Zwar sitzt in Lengerich ein leitender Pfarrer, dessen Mitarbeiter Brockmann ist. „Aber ich habe zu allen vier Pfarrern, die ich dort erlebt habe, ein gutes Verhältnis gehabt.“ Mit der Folge, dass er in Lienen quasi immer sein eigener Herr war.

Was ihm dabei von Anfang an besonders wichtig war: „Die gelebte Ökumene, wir machen hier fast alles zusammen, und die Stärkung des Ehrenamts.“ Besonders die starke Jugendarbeit und die Messdienerschaft imponieren ihm. Zugleich betont er, dass diese Stärke aus der Gemeinde heraus kommt.

Zur Frage, wie es in Lienen nach seinem Weggang weitergehen könnte, will er sich nicht konkret äußern. Aber zumindest sieht er für den Fall, dass kein neuer hauptamtlicher Seelsorger kommt, im Ehrenamt und einer „alternativen Gemeindeleitung“ eine Chance. Er selbst wünscht sich einen klaren Schnitt, wird aber bis Jahresende mit einem kleinen Stellenanteil in Lienen bleiben, um die Initiative „Trauernde Eltern“ noch vorübergehend zu begleiten. Dass er die Leitung der Initiative mit einem festem Team und mehreren Gruppen abgeben wird, steht für ihn fest. „Ich mache das jetzt seit 30 Jahren. Ich hoffe, dass sich ein Nachfolger findet.“

Was seine private Zukunft betrifft, würde Brockmann bis zur Pensionierung gerne im alten Pfarrhaus an der Bergstraße wohnen bleiben. Ob das möglich ist, müsse der Kirchenvorstand entscheiden. Eigentlich war der Plan, dass das in die Jahre gekommene Gebäude im Zuge des Pfarrheimneubaus abgerissen wird. Apropos: Mit der aktuellen Baumaßnahme, die im Vorfeld für Diskussionen gesorgt hatte, stehe sein Weggang in keinem Zusammenhang. Brockmann:„Da hat das nichts mit zu tun. Reiner Zufall.“

nem Zusammenhang. Brockmann:

Wer sich von Norbert Brockmann verabschieden möchte, hat dazu Gelegenheit am Samstag, 25. April, im Gemeindehaus in Lengerich nach der Abendmesse, die um 17.30 Uhr beginnt.

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