Osterfeuer: Gemeinde weist auf neue Verordnung hin
Privates Zündeln ist kein Brauchtum

Lienen -

Die Zeiten der über 100 Osterfeuer in Lienen sind vorbei. Gemäß einer im vergangenen Jahr beschlossenen Verordnung dürfen nur noch Vereine, Institutionen und Nachbarschaften sogenannte Brauchtumsfeuer abbrennen, wenn die Veranstaltung vorher angemeldet wurde und sie für jedermann zugänglich ist.

Mittwoch, 05.02.2020, 17:44 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 16:34 Uhr
Osterfeuer in privatem Rahmen sind fortan nicht mehr gestattet. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung gab es Jahre, in denen in Lienen über 100 Osterfeuer gebrannt haben.
Osterfeuer in privatem Rahmen sind fortan nicht mehr gestattet. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung gab es Jahre, in denen in Lienen über 100 Osterfeuer gebrannt haben. Foto: Regina Robert

Die Gemeinde weist darauf hin, dass das Abbrennen von so genanntem Schlagabraum nur zwischen dem 5. Oktober und dem 15. März erlaubt ist. „Außerhalb dieses Zeitraums ist das Abbrennen des Schlagabraums im Außenbereich aus Maßnahmen zur Pflege von Hecken, Wallhecken, Windschutzstreifen, Kopfbäumen sowie Ufergehölzen untersagt“, betont Ordnungsamtsleiter Chrstian Brüger .

Ein Sonderfall seien Osterfeuer: Sie stellen als Brauchtumsfeuer eine mögliche Ausnahme vom Abbrennverbot dar, dürfen jedoch nicht „als bequeme Möglichkeit zur Abfallentsorgung missbraucht werden“. Denn auch sie belasten die Umwelt und sind daher auf ein Minimum zu beschränken, heißt es in der Pressemitteilung der Gemeinde.

Wir hatten schon die ersten Anrufe in Sachen Osterfeuer.

Ordnungsamtsleiter Christian Brüger

Aus diesem Grund haben Politik und Verwaltung im vergangenen Jahr die entsprechende Verordnung der Gemeinde überarbeitet und extra einen Passus zur Durchführung von Brauchtumsfeuern aufgenommen.

Allerdings ist es ausdrücklich untersagt, Feuer abzubrennen, wenn dadurch die Nachbarschaft oder die Allgemeinheit gefährdet oder erheblich belästigt wird. Auch dürfen nur natürliche Stoffe wie Holz, Reisig, Stroh und Blätter entzündet werden. Damit kein übermäßiger Qualm entsteht, sollten Zweige von Tannen und Fichten nicht aufgeschichtet werden.

Umschichten ist Pflicht

Der Gehölzschnitt darf auch nicht länger als 14 Tage vorher am Brennplatz gesammelt und muss zum Schutz von Kleintieren und Vögeln, die sich darin versteckt haben könnten, umgeschichtet werden. Bei Osterfeuern darf das frühestens am Karsamstag geschehen. Zudem ist ein ausreichender Sicherheitsabstand zu Gebäuden und Wäldern einzuhalten. Die Verwendung von Brandbeschleunigern, Öl oder Kraftstoffen ist verboten. Und für den Fall, dass das Feuer außer Kontrolle zu geraten droht, müssen Feuerlöscher oder Löschwasser vorhanden sein. Rückstände sind unverzüglich in den Boden einzuarbeiten oder mit Erde abzudecken.

Dass die Gemeinde gut zwei Monate vor Ostern (fällt auf den 12./13. April) auf die neue Verordnung hinweist, hat einen ganz praktischen Hintergrund. Brüger: „Wir hatten schon die ersten Anrufe in Sachen Osterfeuer.“ Er möchte verhindern, dass Bürger jetzt Haufen aufschichten, in der Hoffnung, diese Ostern anzünden zu können, obwohl ihnen das nicht gestattet ist. „Dann besser jetzt, wo es noch erlaubt ist“, lautet Brügers Appell an die Vernunft der Betroffenen.

Weitere Informationen erteilt der Fachbereich Sicherheit und Ordnung (  0 54 83/73 96 37). Osterfeuer und andere Brauchtumsfeuer sind rechtzeitig bei der Gemeindeverwaltung schriftlich anzuzeigen. Das entsprechende Anzeigeformular kann von der Homepage der Gemeinde heruntergeladen werden.                

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