Brandschutzbedarfsplan: Gemeinde muss Probleme im Außenbereich angehen
Wenn das Löschwasser knapp wird

Lienen -

Wenn als Folge sommerlicher Dürre Tümpel und Bäche austrocknen, hat das nicht nicht für Tiere und Pflanzen negative Folgen. Auch der Feuerwehr bereitet es Sorgen, wenn diese Wasserstellen bei Bränden im Außenbereich kaum noch was oder gar nichts mehr hergeben. Im Zuge der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans sind Feuerwehr, Verwaltung und Politik gefordert, nach Lösungen zu suchen.

Donnerstag, 06.02.2020, 16:34 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 17:36 Uhr
Bei anhaltender Dürre wie im vergangenen Sommer kann die Brandbekämpfung in Außenbereich zum Problem werden, da viele Bäche und Teiche kein Wasser mehr haben.
Bei anhaltender Dürre wie im vergangenen Sommer kann die Brandbekämpfung in Außenbereich zum Problem werden, da viele Bäche und Teiche kein Wasser mehr haben. Foto: WN

Auf die Folgen des Klimawandels bei der Brandbekämpfung hat Kreisbrandmeister Raphael-Ralph Meier aus Lienen jetzt bei einer Veranstaltung in Greven aufmerksam gemacht. Bei Bränden in der Natur sei es mittlerweile schwierig, auf gewohnte Wasserentnahmestellen zurückzugreifen.

„Was wir gelernt haben ist, dass viele offene Wasserentnahmestellen, also etwa Bäche und Teiche, die sonst in der Sommerzeit auch entsprechend nutzbar waren, in den vergangenen zwei Jahren so gut wie gar nicht mehr nutzbar waren. Darüber müssen wir uns auch Gedanken machen.“

Bei der Generalversammlung der Lienener Wehr sprach Gemeindebrandinspektor Eckhard Ehmann kürzlich bei diesem Thema von einer „großen Baustelle“ (die WN berichteten).

Meier hatte in Greven betont, dass ein Löschwasserkataster in Zukunft Bestandteil der Brandschutzbedarfsplanung sei, denn auch für den Zugriff auf ausreichend Löschwasser seien die Kommunen verantwortlich. Das weiß auch Ordnungsamtsleiter Christian Brüger : „Das Problem mit der Wasserversorgung hatten wir schon immer, da wir eine Flächenkommune sind. In den Innenbereichen von Lienen und Kattenvenne haben wir eine gute Wasserversorgung, in den Außenbereichen aber nicht, da dort nie ein Leitungsnetz aufgebaut wurde.“

Allerdings, fügt Brüger im WN-Gespräch hinzu, sei das Fahrzeugkonzept der beiden Löschzüge unter Berücksichtigung dieser Voraussetzung erstellt worden. Zudem sei es heute vielfach Pflicht, bei Neubauten im Außenbereich einen Feuerlöschteich gleich mit anzulegen.

Was Lienens Feuerwehr im Gegensatz zu anderen Kommunen wie zum Beispiel Ostbevern nicht hat: ein großes Fass plus Zugmaschine, das befüllt mit 20 000 Litern Wasser oder mehr quasi durchgehend Gewehr bei Fuß steht. Brüger verweist aber darauf, dass während der anhaltenden Dürre im vergangenen Sommer ein ortsansässiger Lohnunternehmer ein solches Fass inklusive Löschwasser bereitgehalten hat.

Für Eckhard Ehmann kommen drei Möglichkeiten in Frage, das Problem anzugehen: „Ein eigenes Fahrzeug wie in Ostbevern, Bohrbrunnen in der Fläche oder Zisternen in der Fläche.“ Er selbst hält ein System aus Zisternen mit bis zu 50 000 Liter Fassungsvermögen für die beste Wahl. Das sei zwar in der Anschaffung sicher nicht die günstigste Alternative, auf die Jahre gesehen – wegen des geringen Wartungsaufwandes – aber schon. Wie viele davon im Gemeindegebiet vergraben werden müssten, das werde sich erst bei der Erstellung des Katasters herausstellen.

Wo es sonst noch Handlungsbedarf gibt, wird sich nach Brügers Aussage im Lauf dieses Jahres zeigen, da die Gemeinde wieder dran sei, ihren Brandschutzbedarfsplan fortzuschreiben. Letztlich liege es dann an der Politik zu entscheiden, welche zusätzlichen Maßnahmen zur Erreichung der einzelnen Schutzziele ergriffen werden sollen.

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