Spurensuche abgeschlossen
Ermittler: Kerze führte zu tödlicher Gasexplosion in Lienen

Lienen -

Erfolgreiche Spurensuche: Die ermittelnde Mordkommission kommt mit der Aufklärung der tödlichen Explosion in Lienen voran. In den Trümmern fanden die Ermittler neben der Gasflasche auch eine Kerze. DNA-Spuren könnten zur Lösung des Falls führen.

Freitag, 14.02.2020, 12:08 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 14:37 Uhr
Helfer des THW haben zentnerschwere Betondeckenteile aus Unglückshaus herausgeschafft, um den Ermittlern Zugang zum Keller zu verschaffen.
Helfer des THW haben zentnerschwere Betondeckenteile aus Unglückshaus herausgeschafft, um den Ermittlern Zugang zum Keller zu verschaffen. Foto: Michael Schwakenberg

Bis Donnerstagnachmittag haben das Technische Hilfswerk und die Spurensicherung quasi Hand in Hand am und im Unglückshaus am Diekesdamm gearbeitet, um nach Hinweisen im Zusammenhang mit der Explosion vom vergangenen Samstag zu suchen. Dabei sind sie fündig geworden, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag mitteilten.

"Wir haben im Keller des Hauses ein Kerze gefunden und sichergestellt", erklärte der Leiter der Mordkommission Kriminalhauptkommissar Thomas Götze . "Nach den bisher durchgeführten Ermittlungen und Zeugenvernehmungen gehen wir davon aus, dass durch die brennende Kerze in Verbindung mit dem ausströmenden Gas die Explosion im Keller herbeigeführt worden ist."

Feuerwehrmann von Trümmerteilen erschlagen

Der 19-jährige Feuerwehrmann, der bei der Suche nach Personen im Haus verstarb, wurde mittlerweile im Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Münster obduziert. "Der junge Mann ist von herabstürzenden Trümmerteilen erschlagen worden", fasste Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt das Obduktionsergebnis zusammen.

Explosion in Lienener Wohnhaus

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Hoffen auf DNA-Spuren

Die am Tatort sichergestellte Gasflasche und die Kerze werden nun mit Vorrang beim Landeskriminalamt in Düsseldorf auf auswertbare Spuren untersucht. "Wir sind zuversichtlich, dass an diesen Gegenständen verwertbare Spuren gefunden werden", erläuterte der Leiter der Mordkommission. "Insbesondere hoffen wir auf DNA-Spuren." Die Ermittlungen der 16-köpfigen Mordkommission gehen mit Hochdruck weiter, unter anderem hat die Kommission auch Experten des Landeskriminalamtes, sogenannte Profiler, eingebunden.

„Motiv weiter unklar”

Die Ermittlungen der 16-köpfigen Mordkommission gehen mit Hochdruck weiter, unter anderem hat die Kommission auch Experten des Landeskriminalamtes, sogenannte Profiler, eingebunden. "Wir haben derzeit keine Hinweise darauf, dass am vergangenen Samstag bewusst Feuerwehrleute getötet werden sollten", sagte der Oberstaatsanwalt. "Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen, insbesondere müssen wir bedenken, dass das Haus frei zugänglich war und Mitglieder aller Wohnparteien sich am Vormittag des 8. Februars im Haus befanden. Wir können derzeit nicht ausschließen, dass die Tat von einer oder mehreren Personen begangen worden ist, die nicht in dem Haus lebten. Das Motiv für die Tat ist weiter unklar."

Die Mordkommission steht in engem Kontakt zu den Angehörigen und bittet auch in ihrem Interesse um sachdienliche Hinweise (02551-155678 oder per Email:  hinweis.lienen@polizei.nrw.de ).

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