Heimatverein rettet Gedenkstein für Jagdflieger Eberhard Holzer
Gefallen im Luftkampf über Lienen

Lienen -

Feldwebel Eberhard Holzer wurde am 1. März 1943 über Lienen abgeschossen und kam dabei ums Leben. Der Heimatverein hat jetzt einen Gedenkstein für den Jagdflieger restauriert und als Mahnmal unweit der Absturzstelle wieder aufgestellt.

Freitag, 28.02.2020, 18:08 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 16:40 Uhr
Heimatverein rettet Gedenkstein für Jagdflieger Eberhard Holzer: Gefallen im Luftkampf über Lienen
Foto: Heimatverein Lienen

Denkmäler sind ein Teil der lokalen Erinnerungskultur. Hinter den Grünen für ihre Aufstellung verbergen sich oft spannende Geschichten aus vergangenen Zeiten. Dem Heimatverein ist es jüngst gelungen, ein solch historisches Stück vor dem endgültigen Verschwinden zu retten.

Der langjährige Vereinsvorsitzende Friedel Stegemann sicherte gemeinsam mit weiteren Heimatfreunden einen großen Findling, der bei Baumaßnahmen zusammen mit Bauschutt abtransportiert worden war. Anschließend wurde er restauriert und nahe seines ursprünglichen Standortes im Bereich der Steinernen Treppe wieder aufgestellt.

Es handelt sich um ein Denkmal für den Feldwebel Eberhard Holzer . Er war Jagdflieger der Anfang 1945 bei Rheine stationierten II. Gruppe des Jagdgeschwaders 27 und wurde am 1. März 1945 – gut zwei Monate vor Ende des Zweiten Weltkrieges – abgeschossen. Holzer fand dabei auf einem Lienener Acker den Tod. Das war vor genau 75 Jahren. Der junge Pilot einer Messerschmitt „Me 109“ wäre zudem nur wenige Tage später 25 Jahre alt geworden.

Geboren am 19. März 1920 in Schwäbisch Hall, jährt sich Holzers Geburtstag 2020 zum 100. Mal. Der Gedenkstein mahnt heute zur Erinnerung an die Schrecken des letzten Krieges.

1946 wurde das Erinnerungsmal von den Eltern Holzers an der Stelle des Absturzes errichtet, kurz nachdem diese überhaupt erst erfahren hatten, wo ihr Sohn gefallen war: Da Holzer als vermisst galt, veröffentlichte man eine Suchanzeige in einer Zeitschrift, die zufällig von einer in Lienen wohnenden Frau gelesen wurde. Sie erinnerte sich an den Namen des gefallenen Fliegers, der auf einem Grabkreuz auf dem Lienener Friedhof zu lesen war.

Zum Volkstrauertag 1954 berichtete der „Tecklenburger Landbote“ in seiner Ausgabe vom 13. November über den damals neun Jahre zurückliegenden Hergang: „Auch am 1. März hatten morgens Luftkämpfe in der Umgebung Lienens stattgefunden. Gegen Mittag hörten die Bewohner des Hauses Utlaut plötzlich besonders starken Motorenlärm und glaubten an einen feindlichen Tiefflieger. Erst als der Lärm plötzlich mit einem gewaltigen Krach endete, wagten sie sich aus dem Hause. Sie entdeckten ganz in der Nähe, etwa 100 Meter entfernt, ein Flugzeugwrack. Als sie herbeieilten, entdeckten sie das deutsche Balkenkreuz und fanden inmitten der Trümmer einen toten deutschen Flieger. Er war anscheinend vorher in einem Luftkampf verwundet und seine Jagdmaschine war dabei stark beschädigt worden. Hinterher stellte man fest, daß der Jäger schon einige hundert Meter in östlicher Richtung den Boden berührt hatte, aber wieder Höhe gewonnen hatte, um dann schließlich hier endgültig zu zerschellen.“

Der Leichnam des jungen Flugzeugführers Holzer wurde in der Gemeindeverwaltung in Lienen aufgebahrt und schließlich einige Tage später mit militärischen Ehren auf dem Friedhof beigesetzt.

An dieses traurige Schicksal, das Eberhard Holzer mit Millionen von Soldaten an allen Fronten teilte, erinnert dieser Gedenkstein. Dank des Einsatzes der Lienener Heimatfreunde wird er das auch weiterhin tun.

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