Betreuung von Asylbewerbern und Flüchtlingen in der Corona-Krise
Leichter ohne Neuzuweisungen

Lienen -

Die Zahl der gestellten Asylanträge ist deutlich zurückgegangen sei Ausbruch der Corona-Pandemie. Da bliebt den Mitarbeitern der Verwaltung Zeit, sich um die Menschen zu kümmern, die schon seit Längerem im Ort Zuflucht vor schrecklichen Ereignissen in ihrer Heimat gefunden haben.

Samstag, 25.04.2020, 14:39 Uhr
Die Gemeindeverwaltung an der Hauptstraße.
Die Gemeindeverwaltung an der Hauptstraße. Foto: Wilhelm Schmitte

Kommen Asylbewerber und Flüchtlinge nach Lienen, bedeutet das für die Gemeindeverwaltung in der Regel einen nicht unerheblichen Aufwand. Formalitäten müssen abgearbeitet werden, die Unterbringung ist zu regeln, die Menschen mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut gemacht werden. In Zeiten von Corona eine besonders herausfordernde Aufgabe – die jedoch nicht bewältigt werden muss. „Wir bekommen zurzeit keine Neuzuweisungen“, sagt Christian Brüger , Leiter des Fachbereiches Ordnung, Bildung und Soziales.

Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sind die Asylantragszahlen im März deutlich zurückgegangen. 7120 Erstanträge wurden demnach gestellt. Im Vergleich zum Februar ein Rückgang um 29,8 Prozent und zum März 2019 sogar um 35,1 Prozent.

Die wichtigsten Infos zur Maskenpflicht in NRW

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  • Die Stadt Münster hatte als erste Großstadt in Nordrhein-Westfalen bekanntgegeben, eine Maskenpflicht einzuführen - später zog das Land nach. Ab dem 27. April gilt dies. Doch wo werden die Masken überall zur Pflicht? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

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  • Wann muss ich die Maske tragen?

    Immer dann, wenn eine Dienstleistung in Anspruch genommen oder erbracht wird und der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann, müssen Nase und Mund bedeckt werden.

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  • Wo muss ich die Maske tragen?

    Die Maskenpflicht gilt im öffentlichen Personennahverkehr, an Haltestellen, in Bahnhöfen und im Taxi, beim Einkauf im Einzelhandel und bei der Erbringung und Einholung von Dienstleistungen. Also auch in Apotheken, Arztpraxen, Tankstellen und auf Wochenmärkten sowie bei der Abholung von Speisen und Getränken. Für Beschäftigte kann eine Plexiglas-Abtrennung die Maskenpflicht ersetzen.

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  • Wer muss eine Maske tragen?

    "Betroffen von der Verpflichtung sind alle Personen ab Vollendung des fünften Lebensjahres", heißt es in einer Mitteilung der Stadt Münster. 

    Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können, sind von der Pflicht befreit“, stellt NRW-Gesundheitsminister Laumann klar.

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  • Welche Art von Maske muss ich tragen?

    Ja, aber es sollte eigentlich nur für eine Übergangszeit sein. „Wenn man bis Montag keine Maske besorgt hat, darf man auch einen Schal oder ein Tuch tragen“, sagt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Wolfgang Heuer, Leiter des Krisenstabs in Münster, bittet sogar darum, zertifizierte Masken Krankenhäusern, Arztpraxen, der Pflege oder dem Rettungsdienst vorzubehalten. Grundsätzlich gilt es, Mund und Nase zu verdecken. 

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  • Was passiert, wenn ich keine Maske trage?

    Wer keine Maske trägt, darf aus Geschäften oder Bussen verwiesen werden. Das Land hat bewusst keine feste Summe für mögliche Bußgelder festgelegt, sondern überlässt deren Höhe den Ordnungsämtern der Kommunen. Das Bußgeld soll auch nicht sofort angeordnet werden, sondern erst, wenn sich Betroffene nach einem entsprechenden Hinweis weigern, Masken aufzusetzen.

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  • Welche Regelung gibt es für Schulen?

    Eine landesweite Pflicht gilt hier nicht. Die Entscheidung treffen die jeweiligen Schul-Leitungen. Dabei spielt der gebotene Mindestabstand eine wichtige Rolle. Besonders an die Schülerinnen und Schüler, die zur Prüfungsvorbereitung in die Schulen zurückkehren, richtet sich die Bitte des Krisenstabs in Münster, schon ab sofort in Bus und Bahn eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. 

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  • Wie kann ich mir eine Maske selbst nähen?

    Die Stadt Münster hat auf ihrer  Homepage  eine Nähanleitung in gleich mehreren Sprachen veröffentlicht. Zudem gibt es auch Videos im Netz, in denen das Nähen erläutert wird.

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  • Hat die Maskenpflicht einen Einfluss auf das Abstandsgebot?Nein, dieses gilt weiter in vollem Umfang. „Es wäre gefährlich, wenn die Maske ein zu großes Gefühl der Sicherheit geben würde“, sagt NRW-Gesundheitsminister Laumann: „Das Abstandsgebot ist aber viel wichtiger.“

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  • Dürfen die Masken auch beim Autofahren getragen werden?Laut ADAC Nordrhein grundsätzlich ja. Allerdings müsse das Gesicht deutlich erkennbar sein, sonst droht ein Bußgeld von 60 Euro. In Taxis muss der Fahrgast eine Maske tragen. In Fahrschulen sowohl der Lehrer als auch der Schüler. Es darf zudem kein weiterer Schüler auf der Rückbank mitfahren. Dort darf nur ein Prüfer im Fall der Prüfung sitzen - natürlich mit Maske.

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  • Können Restaurants und Kneipen bald wieder öffnen?Ziemlich sicher nicht. „Dieses Thema sehe ich derzeit nicht“, sagt Laumann: „Dazu gehört mehr als die Frage nach einer Maskenpflicht.“ 

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  • Erleichtert die Maskenpflicht Besuche im Alten- oder Pflegeheim?Noch nicht sofort. Ein Gutachten soll aber Wege aufzeigen. Dafür müssen aber auch Einzelfall-Fragen geklärt werden. Zum Beispiel, ob Besucher direkt zu ihren Angehörigen gelangen können, ohne durch das gesamte Heim zu gehen.

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  • Tragen die Fußballprofis Masken auf dem Platz?Nein, sagt DFB-Chefmediziner Tim Meyer. „Wenn Spieler mit Masken spielen würden, das fände aus meiner Sicht keine Akzeptanz“, sagte Meyer, der die medizinische Task Force zur Fortsetzung der Bundesliga leitet, der Deutschen Presse-Agentur. Das Bundesarbeitsministerium prüft nach „Spiegel“-Informationen aber die Möglichkeit, Profis bei einem Neustart der Bundesliga mit Gesichtsmasken spielen zu lassen.

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So kümmert man sich in Lienen ausschließlich um Menschen, die schon seit Längerem im Ort sind. Und das, so Brüger, „funktioniert bislang sehr gut“. Über die Vorgaben, die in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gelten, werde mehrsprachig informiert. Die individuelle Kommunikation zwischen Verwaltung und Asylbewerbern/Flüchtlingen laufe in der Regel per Anruf, E-Mail oder Whatsapp. Ab und an komme jemand dennoch ins Rathaus, um entweder etwas abzuholen oder abzugeben. „In den Fällen gelten dann die üblichen Regeln.“ Alles in allem werde der direkte Kontakt aber so weit es gehe minimiert.

Untergebracht sind Asylbewerber und Flüchtlinge in ehemaligen Aussiedlerübergangswohnheimen. Die seien vergleichbar mit größeren Mehrfamilienhäusern. In den einzelnen Wohnungen lebten Familien ebenso wie Einzelpersonen. Letztere seien in der Regel WG-ähnlich zu mehreren zusammengefasst. Brüger betont, dass es durch die Anmietung von Wohnungen auf dem freien Markt immer etwas Bewegung gebe.

Der Fachbereichsleiter lobt, dass sich die Betroffenen an die geltenden Auflagen sehr genau hielten. Und er berichtet, dass sich die Menschen auch untereinander helfen würden, etwa dann, wenn es darum gehe, sich über Kontaktbeschränkungen und andere Dinge im Detail auf dem Laufenden zu halten.

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