Initiative „#Lienen näht!“ zieht Bilanz
Über 5000 Euro werden gespendet

Lienen -

Mehr als 5000 Euro hat das Engagement all jener Helfer zusammengebracht, die sich in den vergangenen Wochen der Initiative „#Lienen näht!“ angeschlossen haben. Der Großteil der Spendengelder soll an Ärzte ohne Grenzen gehen, der Rest ist für soziale Projekte in der Gemeinde bestimmt.

Sonntag, 03.05.2020, 16:42 Uhr aktualisiert: 03.05.2020, 16:56 Uhr
Über 3000 Euro Erlös für Hilfsorganisationen hat die Initiative #Lienen näht! durch ihre Mund-Nasen-Masken-Aktion erzielt.
Über 3000 Euro Erlös für Hilfsorganisationen hat die Initiative #Lienen näht! durch ihre Mund-Nasen-Masken-Aktion erzielt. Foto: Lienen näht

Es begann vor sechs Wochen mit einer spontanen Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus. Seinerzeit fanden sich spontan verschiedene Gruppen – Landfrauen, AWO , Flüchtlingshilfe und Einzelpersonen – zu einer karitativen Initiative zusammen. Unter den Slogans „#Lienen näht!“ und „#Wer hilft mit?“ wurden Pläne geschmiedet, Schnitte entwickelt, Stoffe gesammelt, die Mitbürger um Gummiband gebeten und Nähgarn verteilt. Das große Maskennähen konnte beginnen.

Dank der Spendenbereitschaft der Lienener fehlte es an nichts. Omas Nähkästen wurden geplündert und Wäscheschränke durchsucht. So kamen alte Tischdecken, Bettbezüge und Laken zum Einsatz. Die Näherinnen und Näher konzentrierten sich laut Pressemitteilung der Initiative zunächst auf die weiße Ware. Sie sollte unter den Aspekten Frische und Hygiene die Menschen überzeugen, dass eine Mund-Nasen-Schutz eine sinnvolle Sache ist.

Gemeinsam mit den ortsansässigen Apotheken wurde überlegt, wie während der Kontaktsperre die in Heimarbeit erstellten Gesichtsmasken unter die Leute gebracht werden können. Rasch reifte der Plan, die verschiedenen Möglichkeiten der Selbstbeteiligung zu forcieren: Schnitte anbieten, Stoffe verteilen und die Überproduktion in den Rück- und Umlauf bringen. Schnell wuchs das Interesse daran, farbig-fröhliche Modelle anzubieten und die Nähleidenschaft nahm immer mehr zu. „Bunte Schätze – meisterlich produziert – erschienen auf der Bildfläche“, schwärmen die Organisatoren.

Was in Ermangelung an Schutzmasken auf dem Markt als Hilfe geplant war, entwickelte sich schnell zum Gemeinschaftsprojekt mit erheblichem Einsatz aller ehrenamtlichen Helfer. Angefangen bei den Flüchtlingen, die mit ihrer Beteiligung ein Zeichen ihrer Solidarität setzten und Dankbarkeit für empfangene Hilfe zeigen wollten. Der Einsatz wurde durch den regen Absatz der selbst genähten Masken belohnt und durch großzügiges Spenden honoriert.

Der Gesamtbetrag von weit über 5000 Euro wird, wie geplant, gesplittet. Der größte Spendenbetrag wird an „ Ärzte ohne Grenzen “ übermittelt, um deren Krankenstation für Kinder im griechischen Moria zu unterstützen. Der andere Teil bleibt in Lienen und wird in soziale Projekte in der Gemeinde investiert, sobald sich nach der Corona-Zeit eine Gelegenheit dazu bietet.

„Allen Beteiligten gehört der besondere Dank der sozialen Kooperation, einem Bündnis für Solidarität, Gemeinschaft und nachbarschaftlichem Zusammenleben“, schreibt die Initiative. Dank größtem Einsatz und Beharrlichkeit sei etwas Einzigartiges in der Region geschaffen worden.

„#Lienen näht!“ verabschiedet sich nun und überlässt die Vermarktung der Mund-Nase-Schutzmasken denjenigen, die mit der Produktion gewerblich begonnen haben. Es bestehe aber nach wie vor die Gelegenheit, kreativ zu werden und sich mit Nadel und Faden zu betätigen. Gespendete Stoffe, Schnitte, Anregungen und Beratung zu den Themen Mundschutz, Hygiene und Abstandsregelungen gibt es unverändert in den Apotheken in Lienen und Kattenvenne.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7393903?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F176%2F
Nachrichten-Ticker