Teutoburger-Wald-Eisenbahn: Arbeiten schreiten voran
Zug um Zug zum Ziel

Bad Iburg/Lienen/Lengerich -

Laufen die Arbeiten weiter wie geplant, soll in den Jahren 2022 und 2023 der Abschnitt Lengerich-Brochterbeck der TWE-Gleise saniert werden. Es wäre der Abschluss der Modernisierung nach dem Kauf der Strecke durch die Lappwaldbahn.

Sonntag, 17.05.2020, 07:33 Uhr aktualisiert: 17.05.2020, 07:40 Uhr
Derzeit laufen Gleisarbeiten zur Reaktivierung der Teutoburger-Wald-Eisenbahn (TWE).
Derzeit laufen Gleisarbeiten zur Reaktivierung der Teutoburger-Wald-Eisenbahn (TWE). Foto: David Ebener

6000 Tonnen Schotter landen derzeit auf der sechs Kilometer langen Trasse der Teutoburger-Wald-Eisenbahn zwischen Bad Iburg und Bad Laer. Seit drei Jahren wird die gesamte, über 100 Jahre alte Strecke sukzessive ertüchtigt, wie es unter Eisenbahnexperten heißt. Wenn alles fertig ist, sollen Güterzüge wieder Lasten zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen transportieren.

Das Abladen des Schotters ist nicht der erste Schritt der Arbeiten auf der TWE-Strecke, wie Josef Högemann auf Anfrage unserer Redaktion erzählt. Er ist bei der Eigentümerin der TWE-Nordstrecke, der Lappwaldbahn aus Sachsen-Anhalt, mit der Öffentlichkeitsarbeit betraut. „Wir haben die alten, ziemlich verfaulten Holzschwellen entfernt und ersetzen sie durch neue Betonschwellen. Jede wiegt 330 Kilogramm.“ Das erledigt ein Zweiwegebagger direkt auf den Gleisen, ein Bagger mit einem Vorsatz zum Schwellenwechseln.

Schwelle für Schwelle kehrt er den alten Schotter, Hochofenschlacke von der Georgsmarienhütte, unter der Trasse hervor und kippt ihn rechts und links von den Gleisen auf die Böschung, „zur Böschungsverbesserung“, erklärt Högemann. Die vermoderten Holzbohlen werden entfernt und alle 65 Zentimeter neue Betonschwellen unter den Gleisen eingefädelt. Nach dem Verlegen der Schwellen fließt dann neuer Granitschotter ins Gleisbett – pro Meter eine Tonne.

Eine Gleisstopfmaschine verdichtet den Oberbau unter den Schwellen. Der Schotterpflug formt die Böschungskante. Am Ende wird das Ganze abgefegt. Für all das ist ein Dreier-Team auf der Strecke tätig, ein Maschinenführer und zwei Mitarbeiter vom, wie Högemann sagt, „Bodenpersonal“. Ein zweiter Bautrupp ist gerade in Müschen unterwegs und fährt die alten Schwellen ab.

Nachdem auf Bad Iburger Stadtgebiet bereits vier Eisenbahnbrücken erneuert wurden – an der Straße Auf den Wellen in Ostenfelde sowie an der Straße über den Glaner Bach, an der Schulstraße und am Kreuzbrink –, soll der zweite Bauabschnitt der TWE-Trasse von der Landesgrenze zwischen Bad Laer und Versmold bis zum Bad Iburger Bahnhof bis Ende dieses Jahres fertiggestellt werden. Der Bahnhof erhält neue Weichen.

Klappt alles nach Plan, könnte im kommenden Jahr die Strecke von Bad Iburg bis Lengerich modernisiert werden. Provisorisch war das bereits für die Iburger Landesgartenschau erledigt worden. 2022 und 2023 soll der Abschnitt von Lengerich bis kurz vor Tecklenburg-Brochterbeck folgen. Dahinter ist die Trasse weitgehend fertig, mit eigener Hafenanbindung in Dörenthe.

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