Kitzretter Marc Gerseker ärgert sich über einen Fall aus Tecklenburg
Erst gebucht, dann versetzt

Lienen/Tecklenburger Land -

Dass Marc Gerseker mit seinen Drohnen erfolgreich Kitze aufspürt und ihnen somit das Leben rettet, hat sich inzwischen herumgesprochen. Im vergangene Jahr hat der Lienener damit begonnen, mit eigener Ausrüstung Tierschutz zu betreiben. Aktuell ist er nahezu täglich im Einsatz, um Kitze zu orten, die bei drohender Gefahr ein angeborenes Verhalten an den Tag legen: sich ducken und bloß keinen Mucks von sich geben. Damit haben sie aber keine Chance zu überleben, wenn Mähmaschinen über sie hinwegrollen.

Freitag, 22.05.2020, 18:36 Uhr aktualisiert: 24.05.2020, 13:54 Uhr
Marc Gerseker ist derzeit bei Jägern und Landwirten ein gefragter Mann: Mit seinen Drohen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind, spürt er Kitze in tiefem Gras auf.
Marc Gerseker ist derzeit bei Jägern und Landwirten ein gefragter Mann: Mit seinen Drohen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind, spürt er Kitze in tiefem Gras auf. Foto: Michael Schwakenberg

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Völlig unverständlich ist Gerseker eine Begebenheit, die sich in dieser Woche zugetragen hat: Am Dienstag fragte ein Jäger mit Revier in Tecklenburg telefonisch an, ob Gerseker am Donnerstag, also an Christi Himmelfahrt , ein 20 Hektar großes Gebiet absuchen könne. „Wir vereinbarten, dass er mir abends die Daten für die betreffenden Flächen aufs Handy schickt“, berichtet Gerseker. Da das aber nicht geschehen sei, habe er am Mittwoch im Laufe des Tages nachgehakt. „Da sagte er mir, dass man sich dort im Hegering darauf verständigt habe, auf den Drohneneinsatz zu verzichten und stattdessen auf die konventionelle Suche mit Hunden zu setzen.“

Laut Gerseker ist das doppelt ärgerlich: Erstens sei die Erfolgsquote mit Hunden deutlich geringer als mit Drohnen und zweitens habe er am Dienstagabend weitere Anfragen für Donnerstag abgeblockt, das er sich ja für Tecklenburg fest gebucht wähnte. „Dass ich die Absage erst durch meinen eigenen Anruf erfahren habe, ist der Gipfel“, echauffiert sich Gerseker.

Im WN-Gespräch hat er aber auch gute Nachrichten zu vermelden: Die zehn Kitzretter zwischen Rheine und Melle, Warendorf und Bohmte hätten in diesem Jahr schon über 150 der scheuen Jungtiere mit ihren ferngesteuerten Geräten und den installierten Wärmebilkameras aufgestöbert und durch Helfer am Boden in Sicherheit bringen können. Außerdem habe ihm ein Autohaus bis zum Saisonende Mitte/Ende Juni kostenlos einen Geländewagen zur Verfügung gestellt, da er mit seinem Privatwagen nicht alle Einsatzgebiete in Feld und Flur erreichen könne.

Was das Buchungsverhalten betrifft, sieht Gerseker auch unabhängig von dem unschönen Fall in Tecklenburg noch Optimierungsbedarf: „Die meisten Jäger oder Landwirte informieren uns binnen 24 Stunden, bevor gemäht werden soll, manchmal auch erst zwei Stunden vorher. Dabei wären 48 Stunden vorher schon schön.“

Bei mehreren Anfragen für einen Tag könne er sich dann noch mit seinem Kollegen austauschen und womöglich Ersatz finden.

Marc Gerseker ist für Anfragen zur Kitzrettung unter  01 74/ 93 54 746 zu erreichen.                       

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