Neuer Rundweg gewährt virtuelle Einblick in die Geschichte
Kattenvenne nicht nur für Anfänger

Lienen-kattenvenne -

Mit seinem Bahnanschluss und der landschaftlich reizvollen Umgebung ist Kattenvenne der ideale Start- und Zielpunkt für eine Radtour durch das östliche Tecklenburger Land. Der Ort mag keine Torismus-Hochburg sein, wer aber mehr über ihn erfahren möchte, hat dazu jetzt Gelegenheit.

Dienstag, 15.09.2020, 17:16 Uhr
Bürgermeister Arne Strietelmeier, Historiker Dr. Christof Spannhoff, Anja Schmidt, Verwaltungs-Azubi Jonas Stifft,
Bürgermeister Arne Strietelmeier, Historiker Dr. Christof Spannhoff, Anja Schmidt, Verwaltungs-Azubi Jonas Stifft, Foto: msc

Vom Bahnhof ist ein 1,4 Kilometer langer Rundweg mit 16 Stationen samt QR-Codes ausgewiesen. Wer vorher die kostenlose App „Future History“ heruntergeladen hat, bekommt per Wort und Bild Einblicke in Kattenvennes Geschichte. „Der Clou ist, dass man alte und neue Bilder übereinander blenden und dadurch vergleichen kann“, erläuterte Anja Schmidt von der Tourist-Information jetzt bei der Präsentation in der Gaststätte Gravemeier, die auch Thema einer Station ist.

Auf die App aufmerksam geworden ist Schmidt übrigens in Magdeburg. Was in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt funktioniert, klappt auch in Kattenvenne. Die Texte zu den Stationen hat Historiker und Sprachforscher Dr. Christof Spannhoff verfasst, die Bilder stammen aus seiner Sammlung und der von Heimatfreund Jürgen Merz.

Das Kattenvenner Buchentor am Eingang zur gleichnamigen Straße.

Das Kattenvenner Buchentor am Eingang zur gleichnamigen Straße.

Wem die Stimmen bei den eingesprochenen Texten bekannt vorkommen, der braucht sich darüber nicht zu wundern. Auch das haben Schmidt und Spannhoff selbst erledigt.

So erfährt der Radwanderer oder Spaziergänger viel Wissenswertes und Anekdoten aus der Kattenvenner Geschichte. Vermutlich gibt es an den Stationen Informationen, die den Rundweg auch für Einheimische interessant machen. Nicht jedem dürfte bekannt sein, dass Kattenvenne im 19. Jahrhundert nur deshalb einen Bahnhof bekommen hat, weil weitsichtige Bauern das Land dafür stifteten und sich weitere Bauern aus der Umgebung und den Nachbarorten an den Ausgaben beteiligten. Oder dass der Hof Oslage früher den Namen Kattenfinne trug und somit als historisches Zentrum der Bauerschaft gesehen werden kann. Oder dass der schlafende Löwe auf dem Krieger-Ehrenmal wohl eine Anspielung auf die durch den Versailler Vertrag erzwungene Reduzierung der deutschen Streitkräfte nach dem Ersten Weltkrieg ist.

Und wer jetzt meint, Lienen müsste auch so einen Rundweg bekommen, der rennt damit bei den Verantwortlichen offene Türen ein. Schmidt und Spannhof basteln schon an einer Version. „Lienen ist aber deutlich umfangreicher, dafür müssen wir viel mehr Material sichten und außerdem wollen wir noch einige Spielereien zusätzlich einbauen“, erklärt Anja Schmidt. Ziel sei es, dass der Lienener Rundweg bis Ende des Jahres fertig ist.

Auf den virtuellen Rundweg gelangt man auch über die Internetseite der Gemeinde.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7585970?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F176%2F
Nachrichten-Ticker