Exkursion des Sozialseminars zum Bioenergiepark in Saerbeck
Blick in eine Windkraftanlage

Lienen -

Strom für rund 18 000 Haushalte aus der Energie des Windes. Das ist nur ein Aspekt des Bioenergieparks Saerbeck, wie die Teilnehmer einer Exkursion des Evangelischen Sozialseminars Lienen erfuhren. Die Energie der Sonne wird mir rund 24 000 Solarmodulen angezapft.

Donnerstag, 17.09.2020, 05:51 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 09:40 Uhr
Auf den ehemaligen Bunkern sind Photovoltaikanlagen installiert worden. Im Innern einer Windkraftanlage (Bild links) erhielten die Teilnehmer an der Exkursion Informationen über die Leistung des Windrads.
Auf den ehemaligen Bunkern sind Photovoltaikanlagen installiert worden. Im Innern einer Windkraftanlage (Bild links) erhielten die Teilnehmer an der Exkursion Informationen über die Leistung des Windrads.

Im April hatte das evangelische Sozialseminar zu einer Exkursion in den Bioenergiepark Saerbeck eingeladen. Wegen der Corona-Pandemie musste dieser Ausflug verschoben werden, Jetzt hatten sich 18 Personen auf Einladung des Sozialseminars auf den Weg gemacht, heißt es in einer Pressemitteilung.

Sie erfuhren, dass die Gemeinde Saerbeck im Januar 2011 die Möglichkeit erhielt, das etwa 90 Hektar große Gelände des ehemaligen Bundeswehr-Munitionsdepots, nördlich des Ortes gelegen, zu erwerben. Für eine Million Euro wechselte das Areal den Besitzer – und für die Gemeinde begann ein Abenteuer. Etwa 70 Millionen Euro wurden bisher investiert, um aus dem Depot den Bioenergiepark zu entwickeln. Aus Wind, Sonne und Biomasse wird dort inzwischen genug Strom erzeugt, um damit mehr als 18 000 Haushalte versorgen zu können.

Das Gelände hat einen großen Vorteil: Es liegt relativ weit entfernt von jeder Wohnbebauung, so dass es genügend Platz bietet für sieben Windräder und zahlreiche Photovoltaikanlagen. Letztere schmiegen sich seitlich an die 68 ehemaligen Bunkeranlagen an und überragen diese deutlich. Insgesamt nimmt die Photovoltaikanlage eine Fläche von 39 000 Quadratmetern ein, verbaut wurden 24 000 Module. „Solche Dimensionen sind besonders eindrucksvoll, wenn man sie vor Ort besichtigen kann“, schreibt das Sozialseminar.

Ein wichtiges Element des Bioenergieparks ist das Kompostwerk, das von der Entsorgungsgesellschaft Steinfurt mbH (EGST) betrieben wird. Aus 50 000 Tonnen Bioabfall, der im Jahr im Kreis Steinfurt eingesammelt wird, werden im Kompostwerk 3,2 Millionen Kubikmeter Biogas gewonnen und verstromt. Der dabei entstehende Kompost (rund 12 000 Tonnen) wird von Gartenbaubetrieben und Privathaushalten abgenommen und sorgt dafür, dass weniger Torf verbraucht wird.

Fast ausschließlich lokale Investoren brachten das Geld auf, um diese mittlerweile mehrfach ausgezeichnete und viel besuchte Anlage entstehen zu lassen. Mehrere Landwirte haben zudem auf dem Gelände eine weitere Biogasanlage gebaut, die mittels zweier Blockheizkraftwerke ebenfalls regenerativen Strom erzeugt.

Der Bioenergiepark versteht sich als Kompetenzzentrum für erneuerbare Energie und die Energiewende. Deshalb wird dort auch geforscht und unterrichtet. Die Fachhochschule Münster ist zum Beispiel mit einigen Forschungsprojekten vertreten.

Sehr beeindruckend war der Besuch im Inneren einer Windkraftanlage. Jede der sieben Anlagen liefert auf das Jahr gerechnet etwa 6,5 Millionen Kilowatt (KWh) Strom. Das von den Teilnehmer besuchte Exemplar hatte bereits eine Lebensleistung von 48,7 Millionen KWh Strom auf dem Konto. Während der Visite kamen etliche Kilowattstunden hinzu.

Die Gruppe war laut Bericht sehr froh, dass dieses Treffen – meist unter freiem Himmel – möglich war und machte sich nach zwei Stunden Führung voll neuer Eindrücke auf den Heimweg.

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