Maja Tenter stellt Skulpturen her
Wächter für den eigenen Garten

Lienen-Kattenvenne -

Figuren begrüßen Besucher schon an der Einfahrt. Feen, in schwarz gehüllte Krieger mit Schwert oder kleine Mönche am Eingang zur alten Scheune. „Sie sind Wächter und schützen symbolisch das Haus oder den eigenen Garten“, sagt Maja Tenter.

Mittwoch, 23.09.2020, 05:54 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 18:18 Uhr
Maja Tenter aus Kattenvenne faszinierte sich immer schon für Kunst. Seit Anfang des Jahres stellt sie lebensgroße Figuren her.
Maja Tenter aus Kattenvenne faszinierte sich immer schon für Kunst. Seit Anfang des Jahres stellt sie lebensgroße Figuren her. Foto: Luca Pals

Felder links, Felder rechts. Immer an schmucken Bauernhöfen entlang inmitten der münsterländischen Idylle. Im Mühlenweg in Kattenvenne findet man ein solches Plätzchen. An der Hausnummer sechs angekommen, entdeckt man etwas ungewöhnliches: Lebensgroße – fast zwei Meter hohe – Figuren begrüßen die Besucher schon an der Einfahrt. Feen, in schwarz gehüllte Krieger mit Schwert oder kleine Mönche am Eingang zur alten Scheune des Hauses von Familie Tenter .

Alle zusammen haben eine Gemeinsamkeit: „Sie sind Wächter und schützen symbolisch das Haus oder den eigenen Garten“, sagt Maja Tenter, die seit über 30 Jahren in Kattenvenne wohnt.

Die Herstellung von Figuren und Skulpturen sei aber lediglich ein Hobby, so die Künstlerin. Das „Hobby“ liegt wohl in den Genen: „Meine Mutter war Kunstlehrerin“, sagt sie im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten .

Schon seit einigen Jahren habe sie Vogeltränken angefertigt, seit Anfang diesen Jahres kamen die Figuren dazu. Tenter: „Den Anstoß dazu habe ich aus dem Internet.“ Zwar sei sie dabei nur auf kleinere Figuren gestoßen, mit der Zeit kam aber der Gedanke auf: „Die kann man ja auch größer bauen.“

Gesagt, getan: Dass die Figuren allesamt einen Fantasy-Charakter haben, komme nicht aus einem Faible für die Branche. Viel mehr überlege sich Tenter bei jeder Schaufensterpuppe, die sie in ihrem Kunstatelier stehen habe, welche Formen und Farben am besten passen würden. Besonders stolz ist sie auf eine Fee, die bis vor Kurzem noch auf dem Grundstück stand, nun aber einen Abnehmer gefunden hat: „Viele kommen mit dem Fahrrad vorbei. Die Gegend ist hier sehr beliebt.“ Ab und zu steigen Einzelne von der Leeze ab, schauen sich die Figuren näher an und kommen mit Tenter ins Gespräch: „Eigentlich sind alle begeistert und neugierig. Das hat sich schnell rumgesprochen.“ Der gruselige Eindruck mancher Figuren würden ein paar wenige abschrecken. Tenter schmunzelt: „Da sind die Kinder mutiger. Die finden die Figuren sehr interessant.“

Um einzelne Kunstwerke verkaufen zu können, meldete sie Anfang des Jahres ein Kleingewerbe an: „Groß raus kommen will ich trotzdem nicht.“ Ungefähr 16 Stunden würde eine Figur in Anspruch nehmen, es ist viel mehr die Leidenschaft zur Kunst und der sinnstiftenden Aufgabe an sich.

Interessierte Radfahrer melden sich zumeist kurz nach dem Trip bei ihr, bestellen die Figuren vor oder geben Skulpturen in Auftrag. Einige Tage später können die „Schätze“ in Kattenvenne abgeholt werden.

Dazwischen liegt die Produktion: „Nachdem ich weiß wie eine Figur aussehen soll, tauche ich die Tücher für das Gewand in Beton und stülpe sie über den Kopf.“ Dafür braucht sie Hilfe, denn: 40 bis 50 Kilogramm wiegt ein Tuch, nachdem es in Beton eingetaucht wurde. Nach dem Trocknen, bekommen die Figuren den letzten Schliff mit Farben- und Formenanpassung, zwei Schichten Beton kommen noch einmal darüber.

Etwas Kurioses zum Ende: Ein Kunde habe sich zuletzt einen schwarzen Krieger gekauft. Dieser findet nun im Esszimmer Platz.

 

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