200 Jahre Gastwirtschaft Wittmann
Tradition und gute Nachbarschaft

Lienen -

Lange galt 1828 als das Jahr, seit dem die Gastwirtschaft Wittmann besteht. Nach neueren Erkenntnissen hat die Geburtsstunde aber schon am 18. November 1820 geschlagen. Aber wie feiert man in Corona-Zeiten einen 200. Geburtstag? Am besten gar nicht, zumindest nicht in großer Runde. Ganz darauf zu verzichten, das kam für die Nachbarn nicht in Frage.

Mittwoch, 18.11.2020, 17:42 Uhr
200 Jahre Gastwirtschaft Wittmann: Tradition und gute Nachbarschaft
Foto: Michael Schwakenberg

Deshalb fanden sie sich anlässlich dieses Jubiläums gestern Morgen zum Gratulieren und für ein Gruppenfoto auf dem Hof ein. Einige von ihnen, Gerda und Otto Folschke sowie Ilka und Udo Wittmann, hatten extra dafür aus Tannengrün eine stattliche „200“ gebunden und mit einer Lichterkette versehen. „Die haben wir gestern Abend und halb zwölf in einer Nacht- und Nebelaktion aufgestellt. Das sollte ja eine Überraschung werden“, berichtete Gerda Folschke.

Hausherr Ernst Wittmann war gestern morgen leider verhindert, aber Ehefrau Doris und Tochter Kerstin empfingen die Nachbarn und freuten sich über die spontane Zusammenkunft.

Wie der Historiker Dr. Christof Spannhoff bereits in einem im Sommer dieses Jahres in den WN veröffentlichen Bericht beschrieben hat, hat der vormalige Landwehrunteroffizier Johann Wilhelm Krämer, verheiratet mit Anna Maria Elisabeth Reimann, vom damaligen Landrat Clemens Graf von Korff-Schmiesing am 18. November 1820 die Genehmigung erhalten, „eine Schenkwirthschaft in Höste“ zu eröffnen. Der Name Wittmann ist offiziell seit dem Jahr 1860 mit der Gaststätte verbunden, denn am 18. Juni des Jahres erfolgte die Umschreibung der Gastwirtschaft mit Kleinhandel von der Witwe Krämer auf ihren Schwiegersohn Heinrich Wittmann.

Einen klassischen Schankbetrieb haben die Wittmanns heute nicht mehr. Sie vermieten aber noch Fremdenzimmer und ebenso ihren großen Saal. Außerdem fungiert der Gasthof als Vereinslokal mehrerer Chöre. Langeweile kommt bei Doris und Ernst Wittmann, die beide längst im Rentenalter sind, also nicht auf. Zu tun gibt es immer genug.

Selbstverständlich ist das stattliche Anwesen auch Mittelpunkt der alteingesessenen Nachbarschaft, zu der sich ein Dutzend Familien zählen. Wenn die was zu feiern haben – dann natürlich bei Wittmann.

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