FFP2-Masken werden ab heute in Apotheken kostenfrei abgegeben – für Risikogruppen
Ein bisschen Geduld mitbringen

Lienen/Ladbergen -

FFP2-Masken gibt es ab heute kostenlos – für bestimmte Risikogruppen. Sie sind eng anliegender und besonders geeignet in Situationen, in denen das Abstand halten mitunter schwierig ist. Wie sind die Apotheken auf diese Aktion vorbereitet – eine kleine Umfrage.

Montag, 14.12.2020, 18:05 Uhr aktualisiert: 14.12.2020, 18:10 Uhr
Drei FFP2-Masken werden ab Dienstag in den Apotheken an bestimmte Risiko-Gruppen ausgegeben. Sie sind enger anliegend als normale Alltagsmasken und eignen sich besonders für Situationen, in denen es mitunter schwierig ist, den geboten Abstand zu halten wie etwa beim Bahnfahren oder beim Einkaufen in Supermärkten.
Drei FFP2-Masken werden ab Dienstag in den Apotheken an bestimmte Risiko-Gruppen ausgegeben. Sie sind enger anliegend als normale Alltagsmasken und eignen sich besonders für Situationen, in denen es mitunter schwierig ist, den geboten Abstand zu halten wie etwa beim Bahnfahren oder beim Einkaufen in Supermärkten. Foto: imago images/Jochen Eckel

„Logistisch ist es eine Herkulesaufgabe, 27 Millionen Patienten noch bis Jahresende mit jeweils drei FFP2-Masken zu versorgen. Wir Apotheker geben unser Bestes und appellieren an unsere Patienten, etwas Geduld zu haben und nicht alle am ersten Tag die Apotheken zu stürmen. Ich rufe außerdem jeden Patienten dazu auf, seine Stammapotheke aufzusuchen“, sagt Friedemann Schmidt, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Es sei schon eine besondere Herausforderung gewesen, Maskenhändler zu finden, die auch lieferfähig waren, da durch die eher kurzfristige Entscheidung der Politik eine große Nachfrage ausgelöst worden sei, beschreibt Kreisapotheker Frederik Schöning aus Rheine die Situation. FFP2-Masken eigneten sich für besondere Situationen wie Bahnfahren oder Einkauf im Supermarkt, da sie enger im Gesicht anlägen und somit sicherer seien als normale Alltagsmasken. Trotzdem: „Die Apotheken im Kreis sind vorbereitet.“

Eine kleine Stichprobe bestätigt das. „Rechtzeitiges Kümmern war das A & O“, sagt Florian Tomas, Leitender Apotheker in der Rott-Apotheke in Ladbergen. Es sei nicht vorhersehbar, wie viele Masken benötigt würden.

Als „sehr arbeitsintensiv“ beschreibt Doris Cichon , Inhaberin der Teuto-Apotheke in Lienen, die Vorbereitungen. Die Kommunikation insgesamt sei unglücklich gelaufen. Der Gesundheitsminister habe die Masken-lösung verkündet, ohne zuvor etwa die Apothekerkammern zu informieren. „Wir hatten schon eine große Nachfrage, ohne genau zu wissen, wie das Verfahren denn ablaufen sollte.“ Ihr sei unverständlich, wie ein mit heißer Nadel gestricktes Verfahren so der Öffentlichkeit präsentiert werden könne. Da sei im Vorfeld viel Zeit verstrichen, in der etwa Konzepte hätten gemacht werden können. „Alle Parameter waren bekannt,“ betont Doris Cichon. Auch die Frage der Kostenpauschale für die Apotheken sei unklar. „Warum ist nicht ein Verfahren des Bezahlens und der Rückerstattung gewählt worden?, regt sie an. Oder mittels Pauschale bei der Steuererklärung? So könne auch möglichem Missbrauch begegnet werden. Gerade der kurze Zeitraum bis Jahresende erzeuge unnötig Hektik. „Wenn gesagt worden wäre, wir haben ab Januar ein funktionierendes System, hätte sich bestimmt niemand beschwert.“ Für Januar und Februar erhalten berechtigte Menschen Gutscheine von der Krankenkasse für jeweils sechs Masken. Ende Februar soll die Regelung auslaufen – vor­aussichtlich.

Berechtigten Personengruppen

 

...

Apotheker Stefan Leugermann aus Lengerich hat „vorsichtshalber“ ein Fahrzeug zum Abholen von Masken nach Hamburg geschickt. Aktuell sei sogar „unklar“ ob der Referentenentwurf aus dem Gesundheitsministerium bereits in eine Verordnung gemündet sei. „Wir haben gleichsam Masken auf den blauen Dunst gekauft.“

Sein „Familienverbund“ an Apotheken profitiere auch davon, dass schon in der gesamten Zeit der Pandemie ständig FFP2-Masken nachgefragt wurden. Es werde sich zeigen, inwieweit die Ausgabe – gegen Unterschrift – in den Arbeitsalltag integriert werden könne. „Ich gehe davon aus, dass viele schon sofort kommen, um sich ihre Masken zu sichern.“ Er sei zuversichtlich, dass es immer welche geben werde.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7723604?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F176%2F
Nachrichten-Ticker