Silvester und die Knallerei: Verkaufsverbot sorgt für Verunsicherung
Selber basteln ist keine Lösung

Lienen/Kattenvenne -

Kein

Silvester ohne Knallerei und Böllerei. Was sonst zum Jahreswechsel selbstverständlich war, wird auch dieses Mal wohl nicht ganz zu verhindern sein. Das Verkaufsverbot für Raketen und Co. sorgt aber für Verunsicherung.

Mittwoch, 30.12.2020, 18:34 Uhr
Für viele gehört das Feuerwerk zu Silvester wie die Bescherung zu Heiligabend. Die Verwaltung rät in diesem Jahr trotzdem vom Böllern ab, auch wenn man noch Restbestände im Schrank hat.
Für viele gehört das Feuerwerk zu Silvester wie die Bescherung zu Heiligabend. Die Verwaltung rät in diesem Jahr trotzdem vom Böllern ab, auch wenn man noch Restbestände im Schrank hat. Foto: Oliver Werner

KeinSilvester ohne Knallerei und Böllerei. Was sonst zum Jahreswechsel selbstverständlich war, wird auch dieses Mal wohl nicht ganz zu verhindern sein. Das Verkaufsverbot für Raketen und Co. sorgt aber für Verunsicherung. „Auch wenn viele das so auslegen – es handelt sich nicht um ein generelles Böller-Verbot“, erläutert Ordnungsamtsleiter Christian Brüger auf Anfrage der WN.

Er habe in den vergangenen Tagen schon mehrere Anrufe bekommen, was denn nun erlaubt sei und was nicht. „Wer auf Privatgrund Feuerwerk zünden will, kann das tun, es wird aber davon abgeraten.“ Brüger weist darauf hin, dass die Böllerei immer mit Verletzungsgefahr verbunden ist und die Krankenhäuser wegen Corona schon jetzt am Limit sind.

Darüber hinaus ziehe Feuerwerk immer Menschen an, so dass es zu Verstößen gegen das Verbot von Zusammenkünften kommen kann. Brüger: „Die Corona-Schutzverordnung gilt nach wie vor.“ Und außerdem könne die Böllerei besorgte Bürger auf den Plan rufen. „Einige sind halt der Überzeugung, dass wegen des Verkaufverbotes ein generelles Böllerverbot herrscht und rufen dann womöglich die Polizei – und die kann auf solche Einsätze in der Silvesternacht sicher gut verzichten.“

Böller-Verbotszonen wie in Lengerich oder Tecklenburg hat es in Lienen und Kattenvenne nie gegeben und sind von der Verwaltung auch in diesem Jahr nicht ausgewiesen worden. Laut Brüger hat es in Lienen nie einen „Hot-Spot“ gegeben, wo sich an Silvester Menschenmassen versammelt haben. Und mit einer schützenswerten Altstadt, in der sich ein Fachwerkhaus an das andere reiht, könne der Ort auch nicht dienen. Allenfalls vor den Gastwirtschaften sei viel geböllert worden. „Aber weil die in diesem Jahr nicht geöffnet haben, ist da wohl auch nichts zu erwarten“, so Brüger.

Nun könnte der eine oder andere Tüftler ja auf die Idee kommen, im Hobbykeller oder in der Garage selbst irgendwelche Kracher oder sonstiges Feuerwerk zu basteln. Anleitungen dazu finden sich im Internet reichlich. Davon rät Brüger erst recht ab – wegen der Verletzungsgefahr und weil man sich damit ins Reich der Straftaten begibt. Stichwort: Sprengstoffverordnung. Ähnlich verhält es sich mit sogenannten Polen-Böllern: Wer die, auch um das Verkaufsverbot in Deutschland zu umgehen, online bestellt hat, sollte sie besser im Schrank lassen. Denn diese Varianten seien hierzulande meist nicht zugelassen.

Zurück zu den Anrufern, die Brüger in den vergangenen Tagen kontaktiert haben: Die Nachfragen haben sich laut Brüger immer darum gedreht, ob und wo man Feuerwerk, das in Vorjahren übrigegeblieben ist, abfackeln darf. Um das Selberbauen sei es in keinem Fall gegangen.

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