Lienener nehmen am Bürgerrat „Deutschlands Rolle in der Welt“ teil
Gemeinsam nach Lösungen suchen

Lienen -

„Deutschlands Rolle in der Welt.“ Unter diesem Titel kommen seit gestern zweimal pro Woche 160 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Gemeinsam nehmen sie an der zweiten Auflage des Bürgerrates der Initiativen „Mehr Demokratie“ und „Es geht los!“ teil. Per Zufallsgenerator wurden auch vier Personen aus Lienen ausgewählt und zur Teilnahme eingeladen.

Mittwoch, 13.01.2021, 18:37 Uhr aktualisiert: 13.01.2021, 18:40 Uhr
Zwar nicht in Präsenz, dafür aber über Zoom können 160 Menschen an den Diskussionen rund um
Zwar nicht in Präsenz, dafür aber über Zoom können 160 Menschen an den Diskussionen rund um Foto: msc

„Deutschlands Rolle in der Welt.“ Unter diesem Titel kommen seit gestern zweimal pro Woche 160 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Gemeinsam nehmen sie an der zweiten Auflage des Bürgerrates der Initiativen „ Mehr Demokratie “ und „Es geht los!“ teil. Per Zufallsgenerator wurden auch vier Personen aus Lienen ausgewählt und zur Teilnahme eingeladen (die WN berichteten).

Julia Haggenmiller, 23 Jahre jung, arbeitet als Softwareentwicklerin und sagt: „Ich freue mich auf die Veranstaltungen, weil ich mir erhoffe, für mich wichtige Themen ansprechen zu können und dass meine Meinung Gehör findet.“ Arten- und Umweltschutz stehen für sie hoch im Kurs: „Da wird zwar schon viel gemacht, aber ich glaube noch nicht genug.“

Aus den Gedanken und Ideen, die während der insgesamt zehn Veranstaltungen in sechs Wochen ausgetauscht werden, sollen im März Empfehlungen an den Bundestag überreicht werden. Aufgrund der Corona-Pandemie finden die Veranstaltungen online und über Video-Konferenzen statt.

Auch Jan Hinnerk Baßfeld, ebenfalls 23 Jahre alt, nimmt an den Seminaren und Diskussionen teil. In erster Linie Neugierde habe ihn dazu bewogen, sein Ja für das Projekt zu geben – aber auch die Möglichkeit, Vorschläge vorzubringen: „Für mich ist die aktuelle Corona-Situation ein wichtiges Thema. Ich spiele Tennis, Handball und reite regelmäßig. Vieles davon fällt aktuell leider aus. Deswegen ist es mir besonders wichtig, dass hier eine Lösung gefunden wird.“

Bereits 2019 fand eine erste Auflage der Veranstaltung statt. Die Schirmherrschaft übernimmt in diesem Jahr Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Um die Umsetzung des Projektes kümmerten sich die Beteiligungsinstitute ifok, nexus und IPG. Um ein „Mini-Deutschland“, also einen Querschnitt der Bevölkerung darzustellen, filterten die Verantwortlichen nach Kriterien wie Geschlecht, Alter oder Berufsstatus. Somit würden auch diejenigen, die sich normalerweise eher selten zu Wort melden, eine Stimme bekommen.

Genau das ist es, was sich auch die 17-jährige Schülerin Lisa Narendorf erhofft: „Ich interessiere mich in der Schule für Politik und versuche, in meinem Alltag nachhaltig zu leben.“ Gesunde Ernährung, wenig Plastik – die Themen rund um Umwelt und nachhaltige Entwicklung bestimmen auch bei Narendorf den politischen Kompass.

Sie gibt im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten Ausblicke auf das Programm: „Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zu fünf Themen zugeteilt: Die EU, Demokratie und Rechtsstaat, nachhaltige Entwicklung, Wirtschaft und Handel sowie Frieden und Sicherheit.“ Die Auswahl könne sie leider nicht beeinflussen, dennoch erhoffe sie sich konstruktive und faire Diskussionen mit guten Lösungsansätzen und frischen Ideen, die an die Politik weitergereicht werden.

Politisch ist die künftige Abiturientin – außer zu den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr – noch nicht aktiv gewesen. Auch deshalb sagt sie: „Es ist schön, dass man in so einem Rahmen seine Meinungen und Ideen sagen und gemeinsam nach Lösungen suchen kann.“

Von einem „sehr interessanten Konzept“ spricht auch Achim Wille. Der 64-jährige Lienener sagt: „Politik interessiert mich sehr. Weil ich privat in zahlreiche Länder wie zum Beispiel Israel reise, liegt mein Fokus besonders auf der Außenpolitik.“ Das Thema der sechswöchigen Veranstaltung passt da natürlich wie die Faust aufs Auge.

Die technischen Voraussetzungen für die Online-Konferenzen seien im Vorfeld geprüft worden, über den Ablauf der Veranstaltung wurde weitestgehend informiert. Wille erklärt: „Viele Diskussionen werden von Experten begleitet. Ich erhoffe mir deswegen, viel Neues lernen und hören zu können.“ Mittwochs von 18 bis 20 und Samstags von 9 bis 17 Uhr würden die Veranstaltungen angeboten. „Das wird natürlich an der einen oder anderen Stelle auch mal sehr intensiv“, glaubt der Lienener.

Julia Haggenmiller begrüßt das Projekt auch deswegen, weil „manchmal die Politik doch weiter weg vom eigenen Alltag“ sei. Mit Hilfe einer Broschüre und dem dazugehörigen Ablauf bereitete sie sich in den vergangenen Wochen auf die Veranstaltungen vor. So auch Jan Hinnerk Baßfeld, der als Fachkraft in der Lagerlogistik arbeitet. Er bringt es auf den Punkt: „Ich bin gespannt, was da in den nächsten Wochen auf uns zukommt.“

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