Kinderbetreuung an den Grundschulen während des Lockdowns
Herausforderung für die Teams

Tecklenburg/Lienen -

Eine Ausweitung der Dienstzeiten, intensive Unterstützung der Kinder und individuelle Hilfe: Die Teams der Offenen Ganztagsgrundschulen sind in Coronazeiten sehr gefordert.

Montag, 22.03.2021, 20:37 Uhr aktualisiert: 22.03.2021, 20:40 Uhr
Die vier OGS in Brochterbeck, Lienen, Tecklenburg und Kattenvenne (von oben links im Uhrzeigersinn).
Die vier OGS in Brochterbeck, Lienen, Tecklenburg und Kattenvenne (von oben links im Uhrzeigersinn). Foto: Diakonisches Werk

Seit Mitte Dezember wurde im Zuge des Lockdowns seitens der Politik die Präsenzpflicht an den Schulen aufgehoben. Jedoch musste eine alternative Betreuungsmöglichkeit für all die Schüler gewährleistet sein, die nicht zuhause betreut werden konnten. Zuständig für diese Betreuung waren sowohl das Lehrpersonal, als auch die pädagogischen Mitarbeitenden des Offenen Ganztags. Dies betraf somit auch die vier Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS) in der Trägerschaft des Diakonischen Werks Tecklenburg an den Standorten Lienen, Kattenvenne, Tecklenburg und Brochterbeck.

Die vier Koordinatorinnen Margret Peters , Sabrina Grösche, Claudia Hartmann und Ulrike Harling der jeweiligen OGS trafen sich jetzt zu einer Zoom-Konferenz, um ihre Erfahrungen der vergangenen Wochen auszutauschen.

Die vier pädagogischen Fachkräfte, die seit vielen Jahren den Ganztag koordinieren, und ihre Teams haben in den vergangenen Wochen die Grundschulen tatkräftig und mit hohem pädagogischen Einsatz unterstützt, heißt es in einem Bericht des Diakonischen Werks. In der Konferenz zeigte sich, dass das Personal des Offenen Ganztags gemeinsam mit den Lehrern der Grundschulen die Betreuung abdeckten, die Betreuung jedoch phasenweise komplett eigenständig von der OGS übernommen wurde. „Für die Mitarbeitenden des Offenen Ganztags bedeutete dies nicht nur eine Ausweitung der Dienstzeiten ab 7.45 Uhr, sondern auch intensive Unterstützung und Begleitung der Kinder bei der Bearbeitung der von den Lehrern herausgegebenen Wochenpläne“, berichtet Margret Peters, Koordinatorin der OGS in Lienen.

Für die Mitarbeitenden des Offenen Ganztags bedeutete dies nicht nur eine Ausweitung der Dienstzeiten ab 7.45 Uhr, sondern auch intensive Unterstützung und Begleitung der Kinder bei der Bearbeitung der von den Lehrern herausgegebenen Wochenpläne.

Margret Peters, Koordinatorin der OGS in Lienen

In der Betreuung an den Grundschulen fanden sich teilweise morgens bis zu 20 Kinder aus allen vier Jahrgangsstufen ein, welche an unterschiedlichen Aufgaben arbeiteten. Für die Mitarbeitenden der OGS bedeutete dies, auf viele individuelle Bedürfnisse der Kinder eingehen zu müssen. Die pädagogischen Fachkräfte waren gefordert zu erklären, Denkanstöße zu geben, zu korrigieren und zu motivieren. Ebenso benötigten schnelle Lerner oft schon nach kurzer Zeit Ideen, sich eigenständig zu beschäftigen und dabei andere Kinder nicht abzulenken. Natürlich war die Umsetzung dieser Tätigkeiten nur mit dem Tragen einer FFP2-Maske möglich, was die Sprach- und Leselernförderung der Kinder der ersten und zweiten Klasse deutlich erschwerte, berichtet das Diakonische Werk weiter. Die Anstrengungen der vergangenen Wochen konnten nur durch die gute Zusammenarbeit der beiden Institutionen Schule und OGS gelingen, deren Arbeit zunehmend miteinander verschmilzt.

Gerade in der derzeitigen Pandemie hat der Offene Ganztag jedoch eine bedeutende und wichtige Rolle an den Grundschulen übernommen.

Stefan Zimmermann, Vorstand des Diakonischen Werkes

Nun läuft wieder das Wechselmodell aus Präsenz- und Distanzlernen. Auf diese Änderungen mussten die OGS erneut flexibel reagieren und ihre Dienstpläne für die jeweiligen Wochen neu gestalten – dennoch ist auch der erneute Start in diese Art von Schulalltag gelungen. „Der Offene Ganztag ist als Institution mittlerweile fast an jeder Grundschule etabliert, dennoch wird dieser in der öffentlichen Debatte um die Betreuung von Grundschulkindern kaum wahrgenommen“, betont der kaufmännische Vorstand des Diakonischen Werks Tecklenburg, Stefan Zimmermann. „Gerade in der derzeitigen Pandemie hat der Offene Ganztag jedoch eine bedeutende und wichtige Rolle an den Grundschulen übernommen.“ Die engagierten pädagogischen Fachkräfte im Offenen Ganztag betreuen über die regulären Öffnungszeiten der Grundschulen hinaus, begleiten Kinder und deren Familien durch die vier Grundschuljahre und leisten damit wichtige Sozialarbeit, die von keiner Schule mehr wegzudenken ist.

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