Kirchengemeinden gehen an den Feiertagen unterschiedliche Wege
Zwischen Präsenz und online

Ladbergen/Lienen/Kattenvenne -

Mit Blick auf das zweite Osterfest unter Corona-Bedingungen haben die christlichen Kirchen erste Entscheidungen getroffen, wie sie Gottesdienste feiern werden. Ob in Präsenz oder im virtuellen Raum, sie schlagen unterschiedliche Wege ein.

Donnerstag, 25.03.2021, 12:46 Uhr
In der Ladberger Kirche (links)
In der Ladberger Kirche (links) Foto: msc

Eine Osternachtsfeier auf der Freilichtbühne Tecklenburg wäre der Höhepunkt der katholischen Feiertagsgottesdienste gewesen. Da die Corona-Inzidenz-Zahlen stetig steigen, haben sich Daniel Narberhaus, Vorsitzender des Pfarreirates der Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen, und Pfarrer Peter Kossen dazu entschlossen, diese Feier wie auch die anderen in Präsenz geplanten Gottesdienste an den Kar- und Ostertagen abzusagen.

„Auch wenn die Kirchen nicht dazu gezwungen sind, wollen wir in unserer Kirchengemeinde das Bemühen der ganzen Gesellschaft um die Eindämmung der Pandemie mit großen Gottesdiensten zu Ostern nicht unterlaufen. Es tut uns weh und es fällt uns schwer, aber wir leisten unseren Beitrag unter anderem im Verzicht“, schreiben sie zur Begründung.

Die Gotteshäuser in Ladbergen, Lienen und Kattenvenne bieten den Gläubigen an den Feiertagen aber die Gelegenheit zur Einkehr und zum Gespräch mit Seelsorgern. Außerdem stehen 250 Ostertüten zum Mitnehmen bereit. „Wir versuchen, das Netzwerk einer wachenden, betenden und hoffenden Gemeinde zu stärken“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Lienen hat die Aussetzung von Gottesdiensten in Präsenz bis zum 11. April bereits beschlossen. Für Kattenvenne hat Pastorin Verena Westermann diesen Wunsch auf den Weg gebracht, ein Beschluss des Gremiums steht noch aus. Westermann ist sicher, „die österliche Botschaft dennoch an die Leute zu bringen“. Angebote wie ein Hausgottesdienst oder „ein Gottesdienst zum Selbermachen“ auf den Internetseiten sowie ein Osterspaziergang mit verschiedenen Stationen sollen die Lücke ein wenig füllen.

„Die Menschen sind sehr verunsichert“, weiß die Pfarrerin. Gerade weil viele gehofft hatten, Ostern wieder mit einem Gottesdienst in der Kirche zu feiern, versuchen sie und ihre Kollegin Lena Stubben, Alternativen zu schaffen.

Einen anderen Weg schlägt die evangelische Kirchengemeinde Ladbergen ein. „Wir bleiben bei den Präsenzgottesdiensten, die wir vor einigen Wochen mit einem Super-Sicherheitskonzept wieder aufgenommen haben“, kündigt Pfarrerin Dörthe Philipps an.

„Alles, was in der Kirche mit den entsprechenden Konzepten stattfindet, können wir verantworten“, sagt sie mit Blick auf die aktuell niedrigen Infektionszahlen im Ort. Zudem rechnet sie nicht mit einer vollen Kirche. Allein die Aktion „Ostern erleben“ am Ostermontag wurde abgesagt. „Da wir nicht wissen, wie viele Menschen kommen, war uns das zu heikel“, begründet sie die Entscheidung.

 

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