„Outdoorsport teuto“ will Konflikte zwischen Waldnutzern eindämmen
Für ein gutes Miteinander im Wald

Lienen/Tecklenburger Land -

In einer neuen Interessengemeinschaft mit dem Namen „Outdoorsport teuto“ haben sich Sport- und Naturschutzvereine zusammengeschlossen, um nach Lösungen bei Konflikten rund um die Nutzung des Waldes zu suchen.

Mittwoch, 07.04.2021, 15:52 Uhr aktualisiert: 12.04.2021, 12:10 Uhr
Die Mitglieder der Interessengemeinschaft „Outdoorsport teuto“ setzen sich für ein respektvolles Miteinander im Wald ein.
Die Mitglieder der Interessengemeinschaft „Outdoorsport teuto“ setzen sich für ein respektvolles Miteinander im Wald ein. Foto: Julia Kolmer

In Pandemiezeiten zieht es immer mehr Menschen in den Wald, ob zum Wandern, Radfahren oder Mountainbiken. Und mit mehr Besuchern im Wald kommt es auch zu immer mehr Konflikten mit den Waldbesitzern. „Das war das Tröpfchen, das das Fass zum Überlaufen gebracht hat“, sagt Julius Schmidt von den Naturfreunden Tecklenburg, Teil der neuen Interessengemeinschaft „Outdoorsport teuto“, in der sich Sport- und Naturschutzvereinezusammengeschlossen haben. Denn: „Die Konflikte schwelen schon seit Jahren.“

Vertreten in der Interessengemeinschaft ist neben den Naturfreunden Tecklenburg die MTB Lienen sowie So-Da Laggenbeck und Marathon Ibbenbüren, die Mountainbike-Abteilungen haben. Auch zwei Unternehmen, die Bergschule Osnabrück und Trail und Tour aus Hörstel, sowie mehrere Einzelpersonen unterstützen die Interessengemeinschaft. Dass sich bei „Outdoorsport teuto“ so viele Vereine vernetzt haben, freut die Mitglieder. „Alleine steht man auf verlorenem Posten“, sagt Schmidt.

Das Netzwerk soll den Vereinen bei Problemen mit Waldbesitzern, Behörden und anderen Waldbesuchern helfen, aber auch ein Ansprechpartner für ebendiese sein. „Outdoorsport teuto“ hofft, so Konflikte lösen und weiteren vorbeugen zu können.

Ein Problem sieht Michael Heeke von So-Da Laggenbeck in der Unkenntnis mancher Wanderer. „Das Radfahren ist im Wald nicht verboten“, stellt er klar. Jeder darf den Wald zur Erholung betreten, ob mit oder ohne Rad. Aber man muss sich an die Regeln halten, die für das Mountainbikefahren im Wald gelten. Auf diese Regeln weist die erste Kampagne „Fair im Wald“ von „Outdoorsport teuto“ hin.

Auf Flyern und auf ihrer Website werden die Verhaltensregeln der Deutschen Mountainbike-Initiative publik gemacht. Regeln wie „Fahre nur auf Wegen“, „Hinterlasse keine Spuren“ und „Respektiere andere Naturnutzer“ sollen für ein gutes Miteinander im Wald sorgen.

Den Mitgliedern von „Outdoorsport teuto“ ist es wichtig, sich von den Mountainbikern abzugrenzen, die abseits der Wege unterwegs sind und im Wald Rampen errichten. Nicht alle Menschen, die im Wald mit dem Rad unterwegs seien, würden sich so verhalten. Angesprochen auf dieses Verhalten werden aber alle Mountainbiker. „Die Waldbesucher sehen nur allgemein Fahrradfahrer“, sagt Thomas Dukes von MTB Lienen. „Und sie sprechen die an, die sie sehen.“ Damit werden auch die Radfahrer in den Konflikt hineingezogen, die vernünftig und respektvoll im Wald unterwegs sind.

Dass das Mountainbikefahren schon lange kein Nischensport mehr ist, da sind sich die Mitglieder von „Outdoorsport teuto“ einig. Immer mehr Menschen steigen auf das Mountainbike, die Verkaufszahlen der Räder steigen rasant, berichtet Thomas Sprekelmeyer-Heukamp von den Naturfreunden Tecklenburg. Es werden also immer mehr Fahrräder im Wald unterwegs sein. Auch deshalb hofft die Interessengemeinschaft auf ein Konzept, das für ein gutes Miteinander im Wald sorgen kann.

In diesem Sinne hat „Outdoorsport teuto“ einen ganz klaren Appell an alle Mountainbiker: „Haltet euch an die Regeln, achtet auf Naturschutzgebiete und wendet euch an die regionalen Vereine. Denn nur so kann dafür gesorgt werden, dass der Wald auch weiterhin jedem zu Verfügung stehen kann.“

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