Lotte
Der Bagger nagt an den Eingeweiden

Mittwoch, 11.07.2007, 18:07 Uhr

Wersen . Es staubt. Mit lautem Poltern schließt sich das stählerne Gebiss um das Gewirr aus Holz und Steinen. Auf seinen Ketten knirscht und rumpelt der Bagger über die Trümmerberge , die einmal der Bauch der Grundschule Wersen waren.

Vor dem Neuaufbau steht erst einmal der Totalabriss, der am Montag mit dem Baggereinsatz auch nach außen sichtbar begann.

Nach den Vorarbeiten in den vergangenen beiden Wochen (wir berichteten) werden jetzt das Dach, die Mauern und das komplette Grundschulgebäude dem Erdboden gleich gemacht. Der Mittelteil war bereits am Montagnachmittag weg; an seiner Stelle klaffte ein dickes Loch. Nebenan, im Übergang zur angrenzenden Hauptschule, reckten sich die nackten Dachbalken in den Himmel. Auch ihr letztes Stündlein hat geschlagen. „Das Gelände muss vorbereitet werden für das Fundament des Neuaufbaus“, erläuterte Annette Meiknecht vom Architekturbüro Flatau auf Anfrage. Dafür seien diese und die kommende Woche eingeplant. Ob es dabei bleibt, wird sich herausstellen.

Denn nach Dach, Mauern und allem Innenleben muss auch der Keller erst komplett zerstört werden, bevor mit dem Neubau begonnen werden kann. Was die Bauarbeiter unter dem bisherigen Gebäude vorfinden und ob eventuell noch ein Bodenaustausch erforderlich wird, zeigt sich erst danach.

Der Neuaufbau beginnt dann an der Sohle mit der Verlegung der Grundleitungen für Regen- und Schmutzwasser und dem Gießen der Fundamente, bevor die Maurerarbeiten beginnen können. In einem Jahr soll auch die neue Grundschule fertig sein.

Ein Termin für die Umsetzung der Photovoltaik-Anlage vom Container aufs Dach des Schulzentrums steht noch nicht fest. Zwar ist die Fassade der umgebauten Gemeinschaftshauptschule mit Westerkappeln (GHS), von der die Grundschule baulich künftig klar getrennt sein wird, schon fertig. Auch die Fenster sind schon eingesetzt. Innen aber wird mit Hochdruck gewirbelt: „Zurzeit ist der Elektriker im Altbau der Hauptschule. Der Eingangsbereich ist entkernt; nun müssen die Leitungen verlegt werden, so dass der Schulbetrieb am 6. August wieder aufgenommen werden kann“, berichtet die Architektin.

Die Leitungen für die Photovoltaik-Anlage müssen ebenfalls noch verlegt werden. „So, wie sie im Moment dasteht, funktioniert sie noch. Es wird ja noch Strom abgenommen. Wenn wir die jetzt hochnehmen, könnten wir sie vier Wochen lang nicht nutzen“, erklärt Annette Meiknecht, warum sie vorerst noch auf dem Containerdach bleibt.

Im Erweiterungsbau, also dem neuen Teil der Hauptschule, arbeiten momentan die Maler und Installateure. So werden unter anderem die Heizkörper eingebaut. „Nächste Woche fangen wir an mit den Bodenbelägen“, kündigt das Architekturbüro an.

Die Räume bekommen robuste, widerstandsfähige Kautschukbeläge: gelblich gesprenkelt in den Klassenzimmern, grünlich-bläulich in den Mehrzweckräumen. Die Flure werden mit beige-rot gesprenkelten, 30 mal 30 Zentimeter großen Platten aus Betonwerkstein gefliest.

Bis zum Ferienende ist also noch viel zu tun. Und wenn auch die Schüler jetzt ihre wohlverdienten Sommerfreizeit genießen, so sind doch zumindest die Bauhandwerker in der Schule fleißig.

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