Lotte
Schläge, Tritte und große Erinnerungslücken

Donnerstag, 06.09.2007, 16:09 Uhr

Lotte / Münster . Erst der Sohn und dann die Mutter: Ein 14-jähriges Mädchen aus Lotte hat sich im vergangenen Jahr innerhalb weniger Tage gleich zweimal handfest mit einer ihr bis dahin weitgehend unbekannten Familie angelegt. Das Mädchen hatte dabei zwar selbst ausgeteilt, in den Auseinandersetzungen aber nach eigener Aussage vor allem kräftig einstecken müssen – so sehr, dass sich das Landgericht in Münster mit dem Fall befassen musste.

Auf der Anklagebank saß eine 46-jährige Krankenschwester aus Lotte. Die Mutter von drei Kindern war vor einigen Monaten vom Amtsgericht in Tecklenburg zu einer Geldstrafe von 1600 Euro verurteilt worden.

Angeblich hatte die Frau dem Mädchen, das vor Gericht als Nebenklägerin auftrat, mit Fußtritten mehrere Prellungen an den Armen zugefügt. Gegen dieses Urteil hatte die 46-Jährige Einspruch eingelegt.

Angefangen haben sollen die Zwistigkeiten in der Nähe des Bürener Sportplatzes. Dort soll der 18-jährige Sohn der Angeklagten der damals 13-Jährigen grundlos gegen die Hüfte getreten haben. Das Mädchen revanchierte sich zwar bei dem zwei Köpfe größeren Mann mit einer saftigen Ohrfeige. Als sie den 18-Jährigen zwei Tage später zufällig traf, war die Sache für sie aber noch nicht erledigt.

Der junge Mann war kurz zuvor in eine Schlägerei geraten, bei der ihm der Kiefer gebrochen worden war. Als nur wenig später die Angeklagte hinzukam, beklagte sich das Mädchen über den 18-Jährigen.

Dann gerieten die beiden Frauen in Clinch. Zunächst ohrfeigte die 14-Jährige die Angeklagte – in Notwehr, wie das Mädchen berichtete. Daraufhin riss die 46-jährige Frau, wie sie selbst zugab, ihre zierliche Widersacherin an den Haaren zu Boden. Was dann passierte, blieb vor Gericht umstritten.

Die Angeklagte soll angeblich das am Boden liegende Mädchen mit mehreren Fußtritten verletzt haben. Nur erinnern konnte sich daran niemand mehr so recht daran. Auch nicht die Freundinnen des Mädchens, die teilweise unter Tränen aussagten, sich an gar nichts mehr erinnern zu können.

Das Landgericht entschied schließlich, dass Verfahren gegen die 46-Jährige einzustellen.

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