Lotte
Spielen, Kochen und Zuhören

Freitag, 21.09.2007, 20:09 Uhr

Lotte. Bis zu zehn Kochbegeisterte treffen sich mittwochs in der Kreativküche . Diesmal backen sie einen Apfelkuchen, den sie nachmittags den 62 Bewohnern zum Kaffee servieren. Die Kochgruppe im Seniorenzentrum „Zwei Eichen“ in Alt-Lotte , leitet Ingeborg Wildner .

Just zur „Woche des Bürgerschaftlichen Engagements“ hat das Heim Interessenten an ehrenamtlicher Mitarbeit eingeladen. In geselliger Runde berichten Aktive von ihren Erfahrungen mit den alten Herrschaften.

In „Zwei Eichen“ begleiten acht Privatpersonen die Arbeit des Pflegepersonals ehrenamtlich. Ingeborg Wildner ist seit zwei Jahren dabei und mit ihren Köchen sehr zufrieden.

„Der tägliche Broterwerb ist schließlich nicht der Sinn des Lebens“, begründet sie ihr soziales Engagement. Sie setzt auf Menschlichkeit und erklärt, von den Bewohnern habe sie schon viel gelernt – Weisheiten aus ihren langen Leben.

Inzwischen trägt ihr Einsatz sogar finanzielle Früchte: „Aus der ehrenamtlichen Tätigkeit ist ein Arbeitsplatz geworden“, freut sie sich, sie erhielt eine Teilzeitstelle für ihr Kochangebot.

Grundsätzlich bleibt das Seniorenheim aber auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen: „Die Zeit, die wir für den Einzelnen abrechnen dürfen, ist einfach zu knapp bemessen“, beklagt der Heimleiter Gunnar Sander , da bleibe leider kaum Luft für Gespräche.

„Zuhören und Gespräche sind hier das Wichtigste“, weiß auch Ursula Kinne. Sie veranstaltet die wöchentlichen Bingo-Runden, an denen viele Bewohner begeistert teilnehmen.

Die Erfahrung zeige, dass die Unterhaltung in kleinen Gruppen intensiver läuft. Dem will die Heimleitung jetzt Rechnung tragen und das Heim „familiärer“ gestalten.

Bis Weihnachten möchte Sander kleinere Wohngruppen schaffen. „Unsere Bewohner kennen noch die Großfamilie“, erklärt er, Gruppen in überschaubarer Größe seien deshalb sinnvoll, da fühlten die Bewohner sich wohl. Ehrenamtliche sollen die Gruppen begleiten.

Es gebe aber auch weniger aufwändige Formen der Mitarbeit, sagt die Beschäftigungstherapeutin Josephine Lond und betont: „Was man übernimmt, sollte auf jeden Fall Freude machen.“ Aus einem Hobby erwuchs auch Heidi Tiemanns Mitarbeit: Vor einigen Wochen hatte sie erstmals das Haus dekoriert und sitzt nun mit in der Runde, um sich über die Aufgaben in den Wohngruppen zu informieren.

„Wir sind für jede Unterstützung dankbar“, betont Marion Heinel, Assistentin und „gute Seele“ des Hauses. Auch sporadische Mitarbeit helfe, das Leben in „Zwei Eichen“ bunter zu gestalten

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