Lotte
Preiswürdig: John Wayne im Schottenrock

Montag, 19.11.2007, 18:11 Uhr

Lotte/Köln. Samstag, 18 Uhr: Anpfiff des EM-Fußballqualifikationsspiels Schottland gegen Italien. Da sitzen der gebürtige Schotte John McGurk und seine Frau Katja aus Büren im „Himmelszelt“ des Kölner MediaParks bei der Preisverleihung des in diesem Jahr vom christlichen Kinderhilfswerk „World Vision“ ins Leben gerufenen Deutschen Kinderpreises. McGurk ist für den Publikumspreis nominiert.

In Büren sitzen die Kinder Mandy und Nico vorm Fernseher und werden später nach einer von ihrer Mutter geschickten SMS stolz ihren Dad bejubeln. Zwei Minuten nach Anpfiff erreicht John McGurk eine SMS aus Büren: Schottland liegt 0:1 zurück. Schade. Doch keine Zeit für Enttäuschung. Die Aufmerksamkeit des Marathonläufers gilt Frauke Ludowig, Moderatorin der Gala, die RTL im Vormittagsprogramm am 22. und 24. Dezember ausstrahlen wird.

In immerhin neun Kategorien zeichnet World Vision Menschen aus, die sich mit vorbildlichem und zukunftsorientiertem Engagement für Kinder hervorgetan haben. Beim Publikumspreis gab es eine Abstimmung im Internet. Zudem bewertete je eine unabhängige Kinder- und Erwachsenen-Jury die Kandidaten. John McGurk war nominiert mit dem G8-Lauf für das World-Vision-Projekt Lalo Assabi, das Waisen und aidsinfizierte Kinder in Äthiopien unterstützt. Er erreichte Platz ein.

„Klar war ich aufgeregt. Wir saßen mit allen für den Publikumspreis Nominierten an einem Tisch und haben gewartet“, erzählt John McGurk. Seine Freude ist riesig, als er stilecht im Kilt mit dem McGurk-Karo auf die Bühne zum Kinderpreis-Paten Wayne Carpendale gebeten wird. Dass die tapferen Schottenkicker derweil den Ausgleich erzielt haben, bekommt er nur am Rande mit.

Das Interview mit Carpendale ist wichtiger. Nein, allein habe er den Benefizlauf über 500 Kilometer nicht bewältigt, sondern gemeinsam mit seinem Freund Markus Wallenhorst, erklärt McGurk. Carpendale ist beeindruckt von der Leistung und spricht den Preisträger auf den Friedenslauf über 1000 Kilometer zum Eröffnungsspiel der Fußball-EM in Basel an. Das Raunen des Publikums geht in Applaus über. Auch da sei ein Läuferteam unterwegs, erklärt der Bürener. Der Erlös gehe an das Meshi Zentrum für schwer kranke Kinder aller Konfessionen in Jerusalem, und so sei der Lauf zugleich ein Zeichen gegen Rassismus.

„,John, ich laufe mit’, hat Wayne Carpendale auf der Bühne gesagt, und beim gemütlichen Ausklang hinterher: Lass uns ehrlich sein, John Wayne klingt gut. Das ist ein Muss“, berichtete McGurk lachend zum Wortspiel über den gleichnamigen Westernhelden. Es wäre eine tolle Sache, käme das Läuferduo John-Wayne zustande.

Die Prämie steckt McGurk in das aktuelle Projekt. Eine Bewerbung läuft zurzeit in einer Sonntagszeitung. Katja McGurk hat ihren Mann beim Wettbewerb „Kämpfer des Jahres“ angemeldet.

Dass Italien – mit dem Abpfiff endete auch der offizielle Teil der World-Vision-Gala – 2:1 gegen Schottland gewonnen hat, bedauert McGurk, lenkt aber ein: „Ein Schotte hat am Samstag dann doch gewonnen. Es ist meine bisher größte, bedeutendste und wertvollste Anerkennung.“

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