Lotte
Aus drei mach eins

Donnerstag, 20.12.2007, 20:12 Uhr

Lotte /Westerkappeln. Das neue Jahr wird ein Sparjahr für die Gemeinde Lotte. Zumindest, was die Ausgaben für die Unterkünfte für Asylbewerber angeht. Denn am 31. Dezember enden die Mietverhältnisse für die beiden vor zehn Jahren gemieteten Unterkünfte in Alt-Lotte und Halen.

Damals war das 1994 errichtete Heim am Bauhof in Wersen wegen der hohen Asylbewerberzahl trotz seiner 64 Betten aus allen Nähten geplatzt.

Heute sorgen eine entspanntere Situation auf dem Balkan und die striktere Ausländerpolitik dafür, dass sich nur noch wenige Flüchtlinge neu im Lotter Einzugsgebiet niederlassen.

Die kürzliche Änderung des Ausländergesetzes – im Juristenjargon unschön Altfallregelung genannt – bestimmt zudem, dass viele jahrelange nur geduldete Asylbewerber nun eine dauernde Aufenthaltsgenehmigung erhalten können. Das ist zum einen gut für sie, weil sie sich nun sicher sein können, dauerhaft in Deutschland zu bleiben. Es ist aber auch gut für die Gemeinden, die nun auf einen Schlag weniger Asylbewerbern eine Unterkunft stellen müssen.

So verabschiedet sich jetzt die Gemeinde Lotte von den beiden 1998 gemieteten Ausweichhäusern – und spart damit Geld. Auf 18 000 Euro im Jahr beziffert Sozialamtsleiterin Esther Kleina-Metelerkamp die Unterhaltungskosten für die beiden Mehrfamilienhäuser. Kosten, die die Gemeinde nun nicht mehr aufbringen muss. Das heißt jedoch nicht, dass der komplette Betrag auch tatsächlich frei werde für andere Zwecke. Denn einige der Bewohner seien Hartz-IV-Empfänger, die weiterhin ein Anrecht auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch haben. Für die wiederum müsse zum Teil auch Lotte aufkommen.

Dennoch bleibt der Gemeinde laut Kleina-Metelerkamp unter dem Strich noch ein fünfstelliger Betrag übrig – und das Asylbewerberheim in Wersen. Dort sind derzeit noch 13 Personen untergebracht, die auch nach dem neuen Gesetz als Asylbewerber eingestuft werden müssen. Darunter sei auch eine vierköpfige Familie, die nun notgedrungen aus dem Haus in Alt-Lotte an die Straße Heuers Moor umziehen musste.

Ansonsten ändert sich im Alt-Lotter Objekt aber fast nichts. Denn drei der ursprünglich vier Parteien bleiben dort wohnen.

Nur seien sie jetzt eben keine Asylbewerber mehr, für die die Gemeinde Miete entrichten muss, sondern eigenständige Mieter. Die Verträge mit dem Hauseigentümer aus Westerkappeln sollen in nächster Zeit unterschrieben werden.

Das Halener Haus steht derweil erst einmal leer. Denn die beiden dort zuletzt untergebrachten Familie haben zum einen die entstandene Lücke in Alt-Lotte gefüllt, zum anderen eine eigene Wohnung am Westfalenweg in Alt-Lotte gefunden. Der Eigentümer des Zweifamilienhauses an der Achmerstraße will in nächster Zukunft die leichten Schäden an dem Gebäude beseitigen und es dann neu vermieten oder verkaufen. Interessenten können sich an die Lotter Gemeindeverwaltung wenden.

Eine Nachbarin zeigte sich jetzt über die Veränderung erfreut: „In Halen wohnen Polen, Engländer und Russen. Die haben sich alle integriert. Aber diese beiden Familien wollten das gar nicht.“ Zum Glück habe das jetzt ein Ende. Die Frau hofft, dass mit neuen Bewohnern auch Ruhe in das Nachbarhaus einkehrt.

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