Lotte
Hallenbelegung: Ende der Eiszeit

Donnerstag, 29.12.2011, 02:12 Uhr

Lotte. Nach jahrelangem Klagen, versteckten und weniger versteckten gegenseitigen Schuldzuweisungen und einem Demonstrationszug von Büren nach Wersen scheinen die Lotter Sportvereine beim Problem der nicht ausreichenden Hallenzeiten jetzt plötzlich vor einer Lösung zu stehen.

In einem vertraulichen Gespräch in der PGW-Arena haben sich Vertreter der Sportfreunde Lotte, des TuS Lotte, der TG Wersen-Büren , des SC Halen und des VfL Büren auf erste, kurzfristige Lösungen geeinigt. „Das war kein Ringen, das war kein Kompromiss, das war ein richtig gesundes Gespräch“, fasst SFL-Fußballobmann Manfred Wilke zusammen.

Auf Wilkes Bestreben hin waren jeweils zwei Vorstandsmitglieder der fünf Vereine am Donnerstagabend zusammen gekommen. Statt verhärteter Fronten, gab es konstruktive Gespräche. „Die Sportvereine möchten kein Ortsteildenken“, formuliert Wilke das Ergebnis der dreieinhalbstündigen Diskussion. Und: „Wir haben das Schneckenhaus vor der Tür gelassen.“

Zu welchem konkreten Ergebnis das Treffen geführt hat, wollten weder Wilke noch die anderen Vereinsvertreter oder der von Wilke informierte Bürgermeister Rainer Lammers sagen. Zuerst sollen bei einem Treffen am 10. Januar die Spitzen aller Ratsfraktionen, die stellvertretenden Bürgermeister sowie die Jugendausschussvorsitzende Susanne Siemering informiert werden.

An diesem Termin wollte Lammers ursprünglich selbst zwischen den Vereinen vermitteln. Nun zeigt er sich von der Initiative der Vereine erfreut, spricht angesichts des Gesprächsausgangs zunächst von einem „zarten Pflänzchen“, dann aber von einem „großen Durchbruch“. Unterstützung signalisiert der Verwaltungschef auf jeden Fall: „Alles, was wir von Seiten der Gemeinde tun können, um diesen großen Schritt zu erreichen, werden wir tun.“ Sofern die Einigung über den 10. Januar hinaus Bestand hat, werden sich laut dem Bürgermeister auch Ausschuss und Rat mit dem Thema befassen müssen.

Auch für den ersten Vorsitzenden der TG Wersen-Büren, Christian Kroll, war die Runde „sehr sinnvoll. „Das hätten wir schon viel früher machen sollen.“ Kroll hofft auch nach dem Gespräch im Rathaus auf eine Fortsetzung der Treffen und eine Art Runden Tisch. Die neue Gesprächsbereitschaft führt er auf den Generationswechsel zurück, der in den Vereinen stattgefunden hat. „Früher gingen die Vereine zu sehr auf Distanz.“

Das Ende der Eiszeit unter den Lotter Vereinen hatten TuS und Sportfreunde eingeläutet. „Das, was wir da angefangen haben, machen wir jetzt mit allen Vereinen weiter", gibt TuS-Chef Bruno Diesel das Ziel vor. Dass es bei der Vorstellung der Lösungen in seinem Verein Schwierigkeiten geben werde, hält Diesel für unwahrscheinlich. „Die haben wir vor ein paar Wochen ausgeräumt.“

Auch Bernard Finger vom SC Halen befürchtet keine internen Komplikationen. Er sieht in dem Gespräch vor allem ein „Ausloten von Möglichkeiten“, deren Umsetzung nicht sofort vonstatten gehen könne. „Aber wenn sich verschiedene Vereine an einen Tisch setzen und ohne Streit auseinander gehen, dann ist das doch schon positiv.“

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