Lotte
Balladenabend: Virtuos an Dialekt und Klavier

Mittwoch, 30.01.2008, 17:01 Uhr

-ech- Lotte. Wenn er nicht Pastor geworden wäre, hätte er bestimmt auch als Schauspieler Karriere machen können: Detlev Salomo hat mit seinem Balladenabend begeistert. Er präsentierte, musikalisch unterstützt von Benjamin Pfordt , die schönsten Balladen deutscher Dichter jetzt im Gemeindehaus Arche.

„Um eins klar zu stellen: Ballade hat nichts mit Handball oder Fußball zu tun“, betonte Salomo als Einstieg in seinen Ausflug in die hochliterarische Welt. Vielmehr zogen im Mittelalter Minnesänger von Ort zu Ort und trugen diese Stücke vor. Da viele auf Tatsachen fußten, war die Ballade wie eine gesungene Zeitung – immer mit dramatischem Ausgang: „Wir werden heute Abend viele, viele Tote beklagen“, stimmte Salomo seine Gäste in der voll besetzten Arche ein.

Und dann legte der wortgewandte Pfarrer los, begleitet vom Benjamin Pfordt am Klavier . Zu jeder Ballade spielte er ein passendes Stück, etwa die Titelmelodien aus den Filmerfolgen „Der Herr der Ringe “ oder „Der Dritte Mann“.

Los ging es mit einem anderen guten Menschen. Mit Kapitänsmütze auf bot Salomo „John Maynard“ dar, den tapferen Steuermann, der auf dem Erie-See, kurz vor Buffalo, das brennende Schiff ans Ufer steuerte und so hunderten Passagieren das Leben rettete: „Unsere Liebe – sein Lohn.“

Ein weiteres Unglück besang Fontanes „Die Brücke am Tay“, bei der der Zug nach Edinburgh von besagter Brücke stürzte: „Tand, Tand, ist das Gebilde von Menschenhand“.

Mit der Birne in der Hand, wie weiland Hamlet den Totenkopf vor sich trug, präsentierte der Geistliche die Verse vom gutherzigen Herrn von Ribbeck und setzte mit den Balladen von „Belsazar“ bis zum „Zauberlehrling“ fort – gespickt mit Wissenswertem aus dem Leben von Goethe, Schiller, Fontane und Heine und sensationell dargeboten.

Gute 90 Minuten Programm, auswendig und ohne einen Wackler durchgezogen, das belohnten die begeisterten Zuschauer mit tosendem Applaus. Natürlich durften die beiden Akteure nicht ohne Zugabe von der Bühne. Und Detlev Salomo versprach: „Es wird eine Fortsetzung geben.“

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