Lotte
Haltloses Gerede

Mittwoch, 02.01.2008, 17:01 Uhr

Lotte . „Immer da, immer nah“, wirbt eine Versicherung mit Schutzengeln. Der Slogan gilt auch für die Freiwillige Lotter Feuerwehr , quasi als Versicherung der Gemeinde, wenn es brennt, Gefahrgutunfälle geschehen oder die Unterstützung der Blauröcke auf andere Weise gefordert ist. Daher können die Helfer Spekulationen nicht nachvollziehen, in denen es wiederholt sinngemäß heißt: „Ist die Brücke über die Gleise des Lotter Bahnhofs fertig, ist ein Löschzug verzichtbar.“
Das hieße, entweder der Wersener oder der Alt-Lotter Löschzug würde aufgelöst werden. Das ist aus Sicht von Lottes Gemeindebrandinspektor Volker Rapelius keinesfalls vertretbar: „Das Gerede ist haltlos. Und wenn, dann würde an der Qualität der Sicherheit unserer Mitbürger gespart.“
Das Feuerschutz- und Hilfeleistungsgesetz würde mit Füßen getreten. Die Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehr habe klare Richtlinien für den Ablauf von Hilfeleistungen erarbeitet. „Es ist Fakt und für uns bindend, den Mitbürgern innerhalb einer Hilfsfrist helfen zu müssen“, sagte Volker Rapelius.
Lotte als Flächengemeinde müsse schon deshalb zwei Löschzüge unterhalten, damit alle Gemeindeteile kurzfristig erreichbar seien. „Brücke hin oder her, beide Standorte müssen erhalten bleiben. Wenn das Bauwerk fertig ist, bedeutet es sicher dann eine Erleichterung, wenn sich beide Löschzüge unterstützen müssen“, ergänzte der Gemeindebrandinspektor.
Aus dem Rathaus hieß es dazu, dass weder eine Verkleinerung oder eine Auflösung eines der beiden Standorte geplant sei: „Das Thema steht nicht zur Diskussion.“
Zu einer denkbaren Lösung, eine Feuerwache im Gemeindezentrum einzurichten, hat Rapelius ebenfalls eine eindeutige Position: „Eine zentrale Wache ist schon aus dem Grund nicht sinnvoll, weil die Einsatzkräfte zu weit davon entfernt wohnen.“ So wird der Slogan „Immer da, immer nah“ künftig für die Lotter Löschzüge seine Berechtigung behalten. Das galt auch während der Weihnachtsfeiertage und an Silvester. Bereitschaften waren eingeteilt, die nötigenfalls schnell hätten ausrücken können. Hätten. In Lotte blieb es zu diesem Jahreswechsel jedoch ruhig, so dass auch die St.-Florians-Jünger feiern konnten.
Sie bekommen übrigens kurzfristig technischen Zuwachs: Noch in diesem Monat kommt ein neues Fahrzeug in ihren Besitz, ein Hilfeleistungs-Löschgruppen-Fahrzeug, kurz HLF. „Es ist eine Eier legende Wollmilchsau in XXL“, scherzte Volker Rapelius in Vorfreude auf den roten Fast-Alleskönner in Sachen Hilfeleistung. Das HLF wird in Wersen stationiert. „Bei einem Löscheinsatz haben wir dann 2000 Liter Wasser dabei. Das reicht zum Bekämpfen eines Wohnungsbrandes“, erklärte der Gemeindebrandinspektor.
Neben der umfangreichen technischen Ausstattung hat es eine Gruppenkabine, in der neun Kameraden mitfahren können. Für einige Feuerwehrleute war es Ehrensache, sich bei der Firma Schlingmann einzufinden, um das dort ausgerüstete HLF in Augenschein zu nehmen. Auch solche Gesten zeichnen das Engagement der Helfer aus – getreu dem Motto: „Immer da, immer nah.“

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