Lotte
Hier ist´s nett und gemütlich

Freitag, 04.01.2008, 16:01 Uhr

Lotte. „Es ist sehr klein hier“, sagt Jacqui Goldfinch fröhlich. Sie ist Gasttochter bei der Alt-Lotter Familie Siemering und deren Tochter Bianca. Wer weiß, dass die 16-Jährige aus der australischen Metropole Sydney stammt, muss ihr Recht geben. Am 28. Januar endet ihr Schüleraustausch. Nach Down Under nimmt die Schülerin zahlreiche Erfahrungen mit.
Am 20. November trifft Jacqueline Goldfinch, von allen nur Jacqui genannt, in Deutschland ein – und musste gleich ins Krankenhaus: starke Mandelentzündung.
Die 16-Jährige, die sicher ist, dass sie englische Wurzeln hat und dass einer ihrer Vorfahren ein Gefangener auf dem australischen Kontinent gewesen ist, hat sich schnell eingelebt. Dass sie erst ein Jahr Deutsch am College lernt, hört man nicht. Dafür ist sie zu perfekt. „Meine Mama spricht auch Deutsch. Ich war zwei Jahre in einem deutschen Kindergarten und ein Jahr in einer deutschen Schule“, verrät sie. Das erleichtert es ihr, dem Unterricht am Tecklenburger Graf-Adolf-Gymnasium zu folgen. Was sie besonders verwundert: dass die Schüler dort mehrere Fremdsprachen lernen müssen. An ihrem College sei das den Schülern freigestellt.
Die beiden Mädchen scheinen sich gesucht und gefunden zu haben, auch wenn rund 20 000 Kilometer zwischen ihren Heimatorten liegen. Bianca ist im vergangenen Sommer in Sydney. gewesen. Schnell hat sie sich dort mit Jacqui angefreundet. Heute genügen ein verschmitzter Blick und ein Wort für herzliches Gelächter.
Daher hat das gut aufgelegte Duo auch kein Problem, Kängurus unterm deutschen Weihnachtsbaum zu imitieren. Überhaupt der Weihnachtsbaum: Jacqui ist mehr als erstaunt, dass die Bäume hier zu Lande extra gezüchtet werden, dass die Kunden diese aussuchen und dass der bei ihren Gasteltern doppelt so hoch war wie sie. „Bei uns gibt es nur welche aus Plastik“, erklärt die Australierin. Der Grund: Down Under ist Hochsommer mit Temperaturen um die 40 Grad Celsius. Neu ist für die junge Australierin auch die Fußbodenheizung. In ihrer Heimat sei es nicht üblich, dass jeder Raum beheizt wird.
„Hier ist es nett und gemütlich“, versichert Jacqui strahlend und berichtet, dass sie sich über die Schafe in der Siedlung als Erinnerung an die Heimat gefreut habe: „Bei uns gibt es nur sehr große Herden auf dem Land.“
Heimweh? Doch, gesteht die Schülerin ein. Als sie krank gewesen ist, habe ihr ihre Mom gefehlt – und an Weihnachten . „Aber es gibt ja Telefon“, lacht sie.
Klar ist, dass sich die Freundinnen wiedersehen möchten. „Erst mal bau ich mein Abi. Danach vielleicht“, sagt Bianca.

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