Lotte
Lachen wirkt als Medizin

Montag, 14.01.2008, 20:01 Uhr

Lotte. Futtern, Fabulieren, Fröhlich sein – das Winterfest beim Allgemeinen Schützenbund Botterbusch hielt, was die Vorjahre versprachen: In familiärer Atmosphäre und mit unterhaltsamen Beiträgen verflogen die Stunden.

Die schmackhafte Grundlage bildet traditionell Grünkohl oder Haxe zum Sattessen. Daher dankte Vorsitzender Heinrich Arendröwer dem Küchenteam um Martina Cord und dem umsichtigen Service im Schützenhaus, mit dem Erika Kleinschmidt und Brigitte Tölch die Gäste verwöhnten.

Als Nachtisch strapazierten der plattdeutsche Spielkreis „Die Fidelen“ aus Lienen und Lottes Pastor Detlev Salomo die Lachmuskeln. „Wir werden kleine Stückskes machen; auf Hochdeutsch sagt man Sketche“, stellte der fidele Gerhard Schomberg das kurzweilige Programm vor und legte mit Reinhard Schmitte und einer Wallfahrt nach Telgte los.

Als wahre Büßer hatten Jupp und Anton Erbsen in den Schuhen. Anton litt Höllenqualen. Ohne Sünden war auch Jupp nicht, denn er hatte die gelieferte Milch an den Lotter Pastor mit Wasser gestreckt. Dass er nicht so jammerte wie Anton hatte seinen Grund: Jupp hatte die Erbsen zuvor gekocht.

Das Publikum lachte herzlich bei Gedichten und Geschichten auf Platt, am meisten wohl bei „Die Schlafwandlerin“. Ein Freund klagt dem anderen über die Frau. Sie schlafwandele und klaue dabei. Dann kam sie (Katja Blom) im Pyjama und entwendet dem Freund Handy und Geldbörse. „Reg dich nich up! Du kriegst das morgen alles wieder“, beruhigte der Ehemann. Beim dritten Erscheinen umgarnte sie den Freund, der sie davontrug. Den Gehörnten tröstete der Freund: „Reg dich nich up. Die kriegste morgen wieder.“

Auch Detlev Salomo erheiterte mit eigens verfassten Beiträgen und zündender Wortakrobatik. Er begann mit Klagen seiner Frau, weil er mit vollem Mund spreche. Salomo schlug vor, Zeremonienmeister sollten in größeren Runden Essen und Sprechen koordinieren. Doch, so sagte er, gebe es Leute, die verstehe man nicht, auch wenn sie mit leerem Mund sprächen. Sein Coup: „Ich habe mir vorgenommen, mit leerem Mund zu schweigen. Nur: da muss man aufpassen, dass man nicht verhungert.“

In der Rolle eines Kranken zog Salomo alle Register spitzfindigen Humors. „Ich fühle mich mal wieder hundeelend, katzenschlapp, nilpferdträge, schlafbärmüde und sauschlecht“, beschrieb er sein Befinden. Er sei sogar ins Krankenhaus gegangen. Doch der Oberarzt habe gesagt: „Herr Jammerlappen, wie haben leider kein Bett frei, bei unseren Patienten sind sogar die Zungen belegt.“ Die Oberschwester ergänzte: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist teuer.“

Detlev Salomo schloss versöhnlich: „Gesund ist, wer mit seinen Krankheiten einigermaßen gut leben kann. Der Gesundheitswahn macht krank. Besser ohne Diät alt werden, als mit Diät jung sterben.“ Und da Lachen die Medizin ist, soll es im Botterbusch 2009 wieder ein heilsames Winterfest geben.

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