Lotte
„Nur geschlafen – nicht gefahren

Freitag, 25.01.2008, 23:01 Uhr

-iza- Osnabrück/Lotte. Mit einer der Polizei und den Juristen gänzlich neuen Ausrede wollte sich ein 26-Jähriger aus Lotte aus der Verantwortung herauswinden. Obwohl er auf frischer Tat während einer Alkoholfahrt gestoppt worden war, behauptete der Mann, nicht gefahren zu sein, sondern in seinem Fahrzeug geschlafen zu haben.

Schon in der Erstinstanz hatte der Einzelhandelskaufmann diese Version aufrechterhalten. Damals war das Amtsgericht in Osnabrück aber zu einem anderen Schluss gekommen und hatte ihn wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr zu einem fünfmonatigen Entzug der Fahrerlaubnis und zu einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen á 30 Euro verurteilt.

Einen Freispruch wolle er erreichen, ließ er durch seinen Rechtsanwalt wissen. Der Beschuldigte blieb auch in der Berufungsverhandlung seiner Linie treu: Er beteuerte lediglich seine Unschuld und sagte kein weiteres Wort zur Sache.

Das musste er auch nicht unbedingt, konnte das Gericht doch auf die Aussagen der beiden Polizisten zurückgreifen, die ihn in den späten Abendstunden nach dem Ossensamstag im vergangenen Jahr überprüft hatten. Den beiden Beamten war der stadtauswärts auf der Natruper Straße in Osnabrück fahrende VW aufgefallen, weil er deutlich zu schnell fuhr. Die Polizisten, denen das Fahrzeug entgegen kam, wendeten sofort und verfolgten es.

In Höhe einer Tanzschule bog der Wagen plötzlich ab und fuhr auf einen Parkplatz. „Wir stoppten daneben und gingen auf das Fahrzeug zu, dessen Motor nicht mehr lief und dessen Licht gelöscht war“, sagte der Beamte jetzt vor dem Landgericht. Auf dem Fahrersitz habe ein Mann gesessen, der scheinbar schlief, nach kurzem Klopfen aber sofort die Fahrertür öffnete. „Dabei habe ich gleich seine Alkoholfahne gerochen“, so der Polizist. Während der Ausweiskontrolle behauptete der Mann, nicht gefahren, sondern seit einiger Zeit im Auto geschlafen zu haben. Das Ergebnis der späteren Blutprobe ergab einen Alkoholwert von 1,68 Promille.

Nach kurzer Beratung mit den Schöffen kam der Richter zum gleichen Urteil wie das Amtsgericht und lehnte einen Freispruch ab. Es blieb bei der Geldstrafe, nur der Entzug der Fahrerlaubnis wurde auf drei Monate verringert.

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