Lotte
Sportfreunde wollen in die Regionaliga

Sonntag, 10.02.2008, 14:02 Uhr

Lotte. Altkanzler Helmut Schmidt sagte einmal: „Wer Visionen hat, sollte zum Psychiater gehen.“ Willi Birkenkämper, Vorsitzender der Sportfreunde Lotte , verkündete am Donnerstag beim Sponsorenabend : „Wir haben Visionen.“ Aber für den Psychiater und seine Coach haben die Sportfreunde keine Zeit, denn sie planen schon wieder eine neue Tribüne in der PGW-Arena.

Das Verkünden der fußballerischen Visionen übernahm vor den rund 70 Vereinssponsoren SFL-Macher Manfred Wilke und ließ es dabei an Deutlichkeit nicht fehlen: „Wir wollen in die Regionalliga, wir wollen in die Pokalhauptrunde, dazu bauen wir eine neue Tribüne und gestalten die PGW-Arena um.“

Angesichts des vierten Tabellenplatzes in der Oberliga Westfalen , der zum Aufstieg in die dreigleisige Regionalliga berechtigt, und des morgigen vorentscheidenden Pokalspiels sind diese Ziele weniger visionär als realistisch.

Und auch die ehrgeizigen neuen Baupläne sind nicht im Traum über den Verein gekommen. Der Deutsche Fußballbund verlangt von seinen Regionalligisten, die bei jedem Spiel das Fernsehen zu Gast haben werden, Stadien mit einem Fassungsvermögen von mehr als 5000 Zuschauern. Je nach Zählweise kommt die PGW-Arena aktuell auf 3000 bis 3500 Plätze.

Dem Handlungsbedarf wollen die Sportfreunde entsprechen, indem sie der alten und vergleichsweise mickrigen Tribüne an der Gegengeraden rechts und links jeweils eine 1000 Zuschauer fassende Stehplatztribüne im Baustil der neuen Westtribüne zur Seite stellen.

Willi Birkenkämper meinte zwar, dass er die alte Gästetribüne lieber abreißen würde; doch das würde Zeit kosten.

Und Zeit haben die Sportfreunde nicht allzu viel, falls sie tatsächlich ab August in der neuen Regionalliga kicken wollen. „Im Juni/Juli muss das fertig sein“, gibt Manfred Wilke streng vor. Den Vorlauf für Planung und Genehmigung setzt er mit vier Wochen an. Dazu allerdings zwinkert sein Vorsitzender und sagt: „Acht Wochen wäre auch in Ordnung.“

Die Gemeinde Lotte als Herrn des Planverfahrens können die Sportfreunde mit ihren Eilvisionen offenbar nicht mehr schocken. Bereits am Dienstag hatte der Bau- und Wegeausschuss eine Änderung des Bebauungsplanes „Sportzentrum“ ganz im Sinne beider Vereine dort auf den Weg gebracht (zum Thema).

Am Donnerstagvormittag waren dann Vertreter der Gemeindeverwaltung und der Bauaufsicht des Kreises in der PGW-Arena zu Gast, um sich an Ort und Stelle über die aktuellen Pläne zu informieren und das weitere Vorgehen abzustimmen. Manfred Wilke nahm das schnelle Reagieren der Kommunalbehörden erfreut auf.

Den Sponsoren präsentierte Co-Trainer und Marketingexperte Rainer Weikert neben den Visionen auch Personen. Der jüngste Neuzugang der Oberligaelf, Thomas Piorunek (28), auch Neubürger von Alt-Lotte, zeigte sich begeistert davon, „dass hier so viel passiert“. Als Ex-Profi von Eintracht Braunschweig, Holstein Kiel und Preußen Münster hat er Vergleichsmöglichkeiten.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/489948?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F177%2F700306%2F700330%2F
Nikolaus als „Glück zum Anfassen“
„Na, mein Junge, bist du es auch wirklich?“ Erna Firch (92) zupft mal eben am Bart ihres Sohnes Dieter, der sie wie immer zum Auftakt seiner „Nikolauszeit“ im Caritas-Altenheim an der Clevornstraße besucht. Die gelernte Schneiderin hat früher die Kostüme gemacht.
Nachrichten-Ticker