Lotte
Abholkarten zeigen Wirkung

-hpet/som- Lotte/Westerkappeln. Beim Thema Remondis und gelbe Säcke denkt jeder im Tecklenburger Land wohl zuerst an den Ärger um nicht abgeholte Säcke vom Anfang des Jahres. Dass der damals neue verantwortliche Entsorger auch ein neues System mit...

Mittwoch, 06.08.2008, 16:08 Uhr

Lotte/ Westerkappeln . Beim Thema Remondis und gelbe Säcke denkt jeder im Tecklenburger Land wohl zuerst an den Ärger um nicht abgeholte Säcke vom Anfang des Jahres. Dass der damals neue verantwortliche Entsorger auch ein neues System mit pro Haushalt begrenzten Abholkarten etabliert hat, war sicher nicht jedem Verbraucher recht. Es funktioniert aber wohl reibungslos.

Der Hintergrund: Als vor Jahren gelbe Säcke noch offen zum Mitnehmen auslagen, beklagten die auch für die Produktion zuständigen Entsorger eine zu hohe Absatzrate wegen häufiger Zweckentfremdung. So dienten die Säcke als Verpackung für Altkleider, den Restmüll oder als Umzugskartonersatz. Das Kartensystem vermeide dies, „da es das Bewusstsein für den designierten Verwendungszweck beim Verbraucher schafft“, erklärt Remondis-Sprecher Michael Schneider .

Die Änderungen: Jetzt erhält jeder Haushalt am Jahresanfang eine begrenzte Anzahl an Karten. Mit jeder Karte erhält der Verbraucher eine Rolle gelbe Säcke an einer der Verteilerstellen im Lotter und Westerkappelner Gebiet. Reichen die Karten nicht aus, können weitere unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/1223255 bestellt werden.

Die Erfahrungen: Nach gut sieben Monaten stellen die Marktinhaber Wilfried Buermann (Markant) und Rüdiger Loer (Edeka in Büren) eine deutliche Abnahme des Sackverbrauchs fest. „Das sind seit Jahresanfang 50 Prozent weniger“, sagt Buermann. „Die Maßnahme hat also im Sinne von Remondis funktioniert.“ Jetzt bestelle er nur noch eine Euro-Palette mit Säcken im halben Jahr.

Etwas mehr braucht Rüdiger Loer. „Heute kommen wir mit einer Palette drei Monate hin.“ Vor Karteneinführung hätten die Säcke nur einen Monat gehalten. Seine Erklärung für den höheren Verbrauch ist die Nähe zu Osnabrück. Dort erhält nämlich noch jeder Säcke ohne Karte. Deshalb werde die Vorgabe, die Rollen nur noch im Austausch gegen die vom Kunden unterschriebenen Karte abzugeben, in seinem Verbrauchermarkt vor allem bei Osnabrückern nicht so strikt gehandhabt. „Wenn ich hier knallhart durchgreife, lacht mich doch jeder aus“, sagt Loer.

Auch Buermann in Wersen erklärt, dass er seine Kassierer inzwischen angewiesen habe, den Kunden auch ohne Karte maximal eine Rolle herauszugeben. Er will die vielen Campingplatzkunden, die vom Attersee bei ihm einkaufen, nicht verschrecken. Was bei beiden Kaufleuten letztlich zählt, ist die Zufriedenheit des Verbrauchers. Und beschwert hat sich Remondis noch nicht.

Ähnliche Erfahrungen über den Verbrauch machen auch die Märkte in Westerkappeln: „Der Verbrauch der gelben Säcke ist deutlich zurückgegangen, seit die Kunden diese nur noch gegen Abholkarten erhalten“, sagt Detlef Albers, Marktleiter bei K & K an der Heerstraße. Ausnahmen machten seine Mitarbeiter bei der Herausgabe nämlich nicht. „Beschwert hat sich deswegen aber noch niemand“, sagte Albers. Musste der Marktleiter anfangs vier Paletten gelbe Säcke ordern, habe sich die Nachfrage seit Einführung der Karten mittlerweile halbiert.

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