Lotte
Alter Hase gibt jungen Züchtern Tipps

Dienstag, 05.08.2008, 16:08 Uhr

Wersen / Wallenhorst . Häufig ist die Enttäuschung der Jungzüchter groß. Da haben sie mit viel Mühe und Liebe ein Kaninchen aufgezogen, das auf sie einen durchaus preiswürdigen Eindruck macht. Die Jugendlichen geben es für eine Schau ab, und wenn sie dann am Ausstellungstag wiederkommen, ist die Bewertung nicht nachvollziehbar. Wie das Urteil der Juroren entsteht, erfuhren Züchternachwuchs und alte Vereinshasen im Garten des Werseners Werner Wolf , Jugendleiter im Kaninchenzüchterverein Hollage I/78.

„Wir haben regelmäßige Klönmorgen an unterschiedlichen Stallanlagen. Das bieten wir heute erstmals auch für unsere Jugend an, und das soll beibehalten werden“, erklärte Werner Wolf. Eingeladen war der ehemalige Preisrichter Gerhard Stefan aus Lechtingen, der mit Tipps und Tricks nicht sparte und die Tiere der Nachwuchszüchter bewertete. Denn Ende August steht die Kreisjugendtierschau in Hunteburg bevor.

Kreisjugendleiter Detlev Voigtländer aus Glane gesellte sich ebenfalls dazu. Er lobte die jungen Kaninchenfreunde im größten Kreisverband Hollage: „Eure Tiere sind über die Kreisgrenze hinaus bekannt.“

Mitglied bei den Hollagern sind nicht nur Werner Wolf und sein Anhang, sondern auch der Westerkappelner Walter Laumeyer, der seit 1976 schwarze Alaskakaninchen züchtet.

Mit dem Langohr der Spezies „Weißgrannen schwarz“ begann Gerhard Stefan das Miniseminar in Sachen Bewertung nach einem Punktekatalog. Das Tier gehört Marcel Wolf, der wie sein Bruder Sebastian recht müde am Tisch saß. Sie hatten ihrem Papa Werner Wolf beim nächtlichen Stallbau geholfen. Immerhin bekamen sie noch drei Stunden Schlaf ab, während ihr Vater durchgemacht hatte. Alles sollte fertig werden. Wolf ist Herdbuchzüchter und hat 128 Kaninchen aufgestallt.

Marcels Tier saß als erstes Exemplar auf dem Tisch. „Diese Sorte gehört zu den schwersten im Kreis“, erläuterte Stefan. Optimal sei eine schmalere Schulter- als Beckenpartie: „Sonst wirkt es plump.“ Geschlossene Augenringe seien sehr selten und bei Weißgrannen kaum zu erreichen. An Marcels Tier war alles in Ordnung. Der Juror resümierte: „Da ist nichts auszusetzen.“ Er erläuterte Marcel noch schnell, wie er das Tier anfassen muss, damit es auf den Armen nicht zappelt. Dann ging es weiter.

Jennifer Kriesten züchtet noch nicht so lange. Sie stellte ihr „Havanna“-Kaninchen vor. „Es wurde nach den dunklen Zigarren benannt“, erzählte der Fachmann. „Wenn es in der Deckfarbe weiße Büschel hat, gib es ein nicht befriedigend“, sagte Stefan und gab den Tipp, weiße Haare mit einer Pinzette auszuzupfen. „Für ein Mädchen hat das Tier einen sehr schönen Kopf. Da würde sie hervorragend abschneiden.“

Als relativ junge Rasse bezeichnete Gerhard Stefan die „Schwarzgrannen“, die die Wersener Kreismeisterin Maren Schwegmann züchtet. „Dies ist ein schönes Tier“, urteilte er.

Einen „Farbenzwerg Weißgrannen blau“ stellte Sebastian Wolf vor. An Zuchtmaterial zu kommen, sei schwierig. Für den schönen Kopf gäbe er volle Punktzahl, so der Juror, der später ulkte: „Der gefällt mir. Den nehme ich gleich mit.“

Die Hollager Kaninchenzüchterjugend freut sich jetzt auf die Ausstellung in Hunteburg in einigen Wochen. Denn dann ist die Bewertung ihrer Schützlinge nicht mehr einBuch mit sieben Siegeln.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/403700?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F177%2F700306%2F700316%2F
Preußen Münster sperrt Tatverdächtigen für drei Jahre aus
Lerow Kwado (l) bedankt sich bei Fans des SC Preußen Münster für die Unterstützung.
Nachrichten-Ticker