Lotte
Polizei-Mitmachaktion zum Schutz der Schulanfänger

Lotte. Plötzlich sah der Kreis Steinfurt gelb in Wersen an der Westerkappelner Straße. Nur die Kinder der Klasse 4a und deren Lehrerin Anja Leivermann waren informiert, weil sie am Donnerstag ab zehn Uhr an der „Mitmachaktion zum Schutz der...

Freitag, 22.08.2008, 16:08 Uhr

Lotte. Plötzlich sah der Kreis Steinfurt gelb in Wersen an der Westerkappelner Straße. Nur die Kinder der Klasse 4a und deren Lehrerin Anja Leivermann waren informiert, weil sie am Donnerstag ab zehn Uhr an der „Mitmachaktion zum Schutz der Schulanfänger“ teilnahmen.

Nach einer Theoriestunde mit Polizeihauptkommissar Rüdiger Ullmann und seinem Wersener Kollegen Hans Wittpoth wurde es spannend. Zunächst mussten vier Verbindungsleute ausgesucht werden. Voraussetzung: eine laute Stimme und gute Augen. Dominik, Julia, Julian und Anna erfüllten alle Bedingungen und verteilten sich entlang der Westerkappelner Straße. Zwei postierten sich beim Tempomessgerät, zwei auf halber Strecke für die Datenübertragung durch Zuruf.

Auf dem Parkplatz an der Turnhalle wurden die Tempodaten entgegengenommen und Verkehrssicherheitsberater Ullmann zugerufen. Dieser informierte per Handy seinen Kollegen an der Einfahrt zum Parkplatz.

„48. 32. 57. 63 !“ Wittpoth zog die Kelle und schickte die Autofahrer auf den Parkplatz zu den erwartungsvollen Kindern. Türen öffneten sich oder Autofenster gingen vorsichtig herunter. Umringt von Kindern begrüßte Ullmann die Fahrer und beruhigte erst mal den einen oder anderen aufgeregten Lenker, wies ihn dann aber auch auf sein Fehlverhalten hin:

„Wissen Sie, wie schnell Sie gefahren sind ?“, fragte er. „40 ?“, war die zögerlich Antwort. „Da zählen Sie ruhig noch mal die Hälfte hinzu, dann sind sie bei 60.“ „Dat is'n Haufen“, brachte der Ertappte betroffen über die Lippen. Die 30 habe er nicht gesehen, er komme gerade erst aus dem Urlaub. „Heute haben Sie Glück, denn es gibt keine Anzeige, sondern eine dicke gelbe Karte“, die dann ein mutiger Viertklässler dem Autofahrer zusammen mit einer Broschüre überreichte.

Der Polizist betonte noch einmal, dass er mit solchem Fahrverhalten große Probleme bekommen könne: „Wenn Sie ein Kind anfahren, dann müssen Sie sich nicht nur vor Gericht verantworten, sondern auch moralisch damit fertig werden.“

Gedankenlosigkeit, Übersehen der Verkehrsschilder, Eile und falsches Einschätzen der eigenen Geschwindigkeit waren die häufigsten Gründe für zu schnelles Fahren vor dem Schulzentrum.

Aber es gab auch viele vorsichtige Autofahrer, die zwar im ersten Moment erschrocken über die winkende Kelle waren, sich dann aber über eine grüne Danke-Karte freuen durften, die die Kinder extra im Unterricht angefertigt hatten. „Danke, dass Sie langsam gefahren sind und auf die Kinder geachtet haben“, war dort zu lesen. Einer jungen Fahrerin überreichte Daniel gleich zwei grüne Karten, denn sie war nur 27 Stundenkilometer gefahren.

Eine gute Stunde dauerte die Aktion, bei der der größte Teil der Autofahrer zu schnell fuhr. Die Kreisverkehrswacht appelliert an alle Autofahrer: „Denken Sie daran: Sie sind schneller. Sie sind stärker. Sie sind überlegen. Der Schulanfänger ist noch nicht verkehrssicher. Er kann Zeit, Tempo, Entfernung und Größen nicht richtig einschätzen. Er sieht sie aus einem anderen Blickwinkel.“ Die Lösung: Geschwindigkeit anpassen und immer bremsbereit sein.

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