Lotte
AsF: Reform statt Resignation

Lotte. Frust über Nachwuchsprobleme und zunehmendes politisches Desinteresse hat sich bei der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Lotte aufgestaut. Bei ihrem ersten Treffen im neuen Jahr drohte zeitweilig sogar die...

Dienstag, 20.01.2009, 17:01 Uhr

Lotte . Frust über Nachwuchsprobleme und zunehmendes politisches Desinteresse hat sich bei der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Lotte aufgestaut. Bei ihrem ersten Treffen im neuen Jahr drohte zeitweilig sogar die Selbstauflösung, da sich keine Nachfolgerin für die turnusgemäß scheidende Vorsitzende Renate Giebel fand.

„Entweder es gibt eine Vorsitzende, oder es gibt keine AsF mehr“, hatte sie die Dramatik der teils hitzigen Debatte auf den Punkt gebracht. Doch wie Mareile Jannaber aus der Runde berichtet, wich anfängliche Niedergeschlagenheit bald neuem Optimismus und Tatendrang: „Wir sind immer noch da“, gaben sich die SPD-Frauen am Ende wieder kämpferisch.

Auslöser der resignativen Stimmung zu Beginn sei die Tatsache gewesen, dass die AsF die jungen Frauen nicht mehr erreiche, schreibt Jannaber. Auch selbstkritische Fragen, ob man es versäumt habe, die jungen Frauen ins Boot zu holen, sie mit den eigenen Themen nicht genügend angesprochen habe, seien diskutiert worden.

Doch ein Blick auf das in 21 Jahren Erreichte habe die Sozialdemokratinnen umgestimmt. Elke Schröer nannte die Stichworte Jugendpfleger, Wochenmarkt, Zebrastreifen und Kulturaktionen wie die Frauentage oder Ausstellungen. Damit dürfe es nicht einfach vorbei sein.

Um die verbliebenen Aktiven zu entlasten, soll nach breiter Zustimmung aus der Runde der Vorsitz in der Lotter AsF künftig jährlich statt alle drei Jahre wechseln. Selbes gilt für die Protokollführung. Zu den Vorstandswahlen im März laden die AsFlerinnen schon jetzt ein. An die jungen Frauen wollen sie mit intensivierter Öffentlichkeitsarbeit herankommen. Gedacht ist beispielsweise an Aushänge oder Kummerkästen in Kindergärten, um zu erfahren, was junge Mütter heute politisch bewegt.

Ingrid Bergmeier, Mitbegründerin des neuen Sonntagstreffs für Alleinstehende im evangelischen Gemeindehaus Arche, regte an, auch diese Gruppe als Meinungsbarometer zu nutzen. Auf Vorschlag von Conny März soll eine Veranstaltung zum Thema Frauengesundheit in diesem Jahr stattfinden.

Begeisterung geradezu habe eine zweite Anregung von Conny März hervorgerufen, berichtet Mareile Jannaber: eine Ausstellung über den Fall der Mauer vor 20 Jahren. Schon jetzt ruft die AsF die Lotter auf, Fotos, alte Ausweise, andere DDR-Dokumente und -Produkte oder niedergeschriebene Anekdoten dafür zur Verfügung zu stellen.

Auch an ihrem Frauentag wollen die Lotterinnen festhalten, obwohl er mit viel Arbeit verbunden sei, hieß es. Der nächste findet allerdings auch erst am 6. März 2010 statt. So ist noch Zeit, um das Programm nach dem Frauenfrühstück auszuarbeiten. Ziel ist hier vor allem das Miteinander der verschiedensten Frauengruppen.

„Die AsF glaubt an die Frauen in Lotte und an deren Interesse, Dinge zu verbessern oder Frauenprobleme anzupacken“, fasst Mareile Jannaber den reformierten Geist nach der Sitzung zusammen. Und sie erinnert: jeden ersten Mittwoch im Monat ist um 20 Uhr Frauentreff im Haus Hehwerth.

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