Lotte
PGW kann mit der Krise umgehen

Dienstag, 06.01.2009, 21:01 Uhr

Lotte. Das Krisengerede nervt Daniel Börger . Der Chef der Lotter Zeitarbeitsfirma PGW ist mit der aktuellen Lage ganz zufrieden, obwohl es natürlich stimme, dass Betriebe ihre Leiharbeiter als erste freisetzten.

Rund 150 Personen plus zehn Mitarbeiter in der Verwaltung hat PGW derzeit auf der Gehaltsliste. Das entspreche dem Vorjahresstand. „Allerdings hätten wir im abgelaufenen Jahr 50, 60 Leute mehr gebrauchen können“, berichtet der 33-Jährige. Der Bedarf der Kundenfirmen sei riesig, der Arbeitsmarkt aber leider nahezu leer gefegt gewesen.

Die ausgesprochen gute Konjunktur hatte zur Folge, dass etwa ein Viertel der ausgeliehenen Kräfte von ihren Firmen in feste Arbeitsverhältnisse übernommen wurden. „Das ist im Grunde der Sinn unseres Unternehmens und für die Mitarbeiter gut; für uns selbst allerdings weniger“, gesteht Börger lächelnd. Die Lücken seien nicht immer gleichwertig zu zu besetzen.

So kann er nicht ausschließen, dass sich PGW bei deutlichen Auftragsrückgängen von dem einen oder anderen Mitarbeiter trennen muss. Derzeit sehe er dafür aber keine Anzeichen: „Im Dezember haben einige Betriebe vorzeitig Ferien oder Kurzarbeit gemacht; aber inzwischen haben wir schon wieder die ersten Personalanforderungen erhalten – es läuft eigentlich ganz gut.“

Das unterscheidet PGW von manch anderer Firma in der Branche. Daniel Börger führt das darauf zurück, dass sein Haus breit aufgestellt sei. „Andere haben sich spezialisiert, und im Falle etwa der Autoindustrie hat das jetzt negative Folgen. Die Alt-Lotter Personalleaser dagegen decken den gesamten Produktionsbereich vom Einzelkämpfer im Handwerk bis zum Großbetrieb ab.

Auch Kaufleute und – eine Premiere in 2008 – Pflegekräfte hat PGW schon vermittelt. „Aber Kaufleute werden, wenn sie gut arbeiten, in der Regel ganz schnell übernommen.“ Am Thema Pflege will Börger trotz der Insolvenz einer Kundenfirma aus der Branche dran bleiben.

Insgesamt sieht der Geschäftsführer die Liberalisierung des Arbeitsmarktes, die Zeitarbeitsfirmen erst möglich machte, als Erfolg an. Dass im vergangenen Jahr die Arbeitslosigkeit drastisch zurückging und es über eine halbe Million mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze als im Vorjahr bundesweit gab, bestätige das.

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