Lotte
Sommernachtstraum an der Seebühne

Freitag, 16.01.2009, 18:01 Uhr

Wersen. Die Strohsterne sind noch nicht alle abgenommen, da träumen die ersten Lotter schon vom Sommer. Das gilt zumindest für Kunstkreismitglied Claus Weidner und Theater-Regisseur Carsten Steuwer . Die beiden geben sich dabei nicht mit vagen Ideen zufrieden, sie planen bereits ganz konkret ihren persönlichen Sommernachtstraum .

„Der Ort hier hat mich sofort fasziniert“, erzählt Steuwer begeistert. Die Rede ist vom Privatgarten Weidners und dessen Lebensgefährtin Manuela Kreyenbergs in Wersen, der mit künstlerischen Installationen, Plastiken und liebevollen Details Besucher verzaubert. „Ein ideales Refugium für Elfen, Kobolde und Emotionen“, schwärmt der Chef des „teatro dei pellegrini“. Im vergangenen Jahr hatte Weidner hier bereits eine Lesung gehalten. In diesem Juni wollen die Initiatoren Shakespeares Sommernachtstraum an der neuen Seebühne präsentieren.

Bis dahin sei aber noch viel zu organisieren, erklärt Weidner und inspiziert schon mal seinen Gartenteich zusammen mit dem Regisseur des Gastspieltheaters. Für die Inszenierung soll der kleine Holzsteg zur Seebühne werden.

„Ich plane eine dreidimensionale Aufführung quer durch Wald, See und Garten, das Publikum folgt dabei sozusagen der Handlung“, erläutert Steuwer sein Konzept. 55 Gästen bietet der Garten Platz bei der Aufführung, die Bestuhlung wird auf der Terrasse aufgebaut.

Auch zu einzelnen Szenen hat Steuwer bereits klare Vorstellungen: „Die Szene der Liebenden soll auf dem Wasser spielen.“ Für die Umsetzung suchen die Kunstschaffenden dringend einen Holzkahn oder ein kleines Boot.

Für das Stück werden auch noch Komparsen gesucht. „Es sind einige kleinere Sprechrollen zu vergeben“, verrät Weidner und bittet um Kontaktaufnahme per E-Mail unter cl.weidner@t-online.de.

Was das bürgerliche Engagement angeht, haben die beiden bereits jetzt allen Grund zur Freude. „Wir erfahren breite Unterstützung in der Nachbarschaft und aus der Lotter Bevölkerung“, sagt Weidner. So übernehme Wilfried Strübbe aus Büren die Entwürfe für Plakate und Programmheft, und auch der Ton sei bereits sicher gestellt.

„Wir brauchen allerdings dringend noch ein Catering-Team und einen Fachmann für Beleuchtung“, sagt Kunstkreismitglied Kreyenberg ein. Auch der Druck des Heftes sei noch offen. Neben den notwendigen Dienstleistungen ist auch monetäres Sponsoring willkommen. „Im Gegenzug werden alle Förderer im Programmheft benannt“, verspricht Weidner.

Auch im Rathaus gibt's bereits Sympathisanten: Bürgermeister Rainer Lammers hat seine Unterstützung als Schirmherr in Aussicht gestellt, und auch Ratsfrau Helga Strübbe sowie Gleichstellungsbeauftragte Karin Lenze würden sich über ein Gelingen der Inszenierung freuen.

Zurzeit herrscht allerdings eher bescheidene Zurückhaltung in den Amtsstuben: „So gern ich das Projekt begleiten würde, wir dürfen hier keinesfalls vorgreifen und müssen die Beratungen der Ausschüsse und Gremien abwarten“, betont das Gemeindeoberhaupt.

Grundsätzlich ist Kulturfan Lammers jedoch angetan von dem Vorhaben: „So ein Projekt hat Strahlkraft über die Gemeindegrenzen hinaus.“ Der Kunstkreis Lotte , dem seine Ehefrau Renate vorsitzt, habe sich mit dem „teatro dei pellegrini“ einen kompetenten Partner ins Boot geholt.

Bereits im September war eine Delegation aus Lotte zur Antragstellung nach Münster gefahren. Die Teilnehmer Weidner, Steuwer, Lenze und Renate Lammers sprechen einhellig von einem Erfolg. „Unser Ansprechpartner in der Bezirksregierung war ganz begeistert von unserem Plan“, berichtet Renate Lammers.

„Für ein Projekt dieser Größe ist der Kunstkreis auch auf die Fördermittel angewiesen“, stellt die Lotter Gleichstellungsbeauftragte Karin Lenze fest. Die Vorzeichen seien vielversprechend, trotzdem bleibt sie zurückhaltend. „Erst Anfang März wird bei der Bezirksregierung über die Vergabe der Gelder entschieden.“

Auch wenn die Finanzierung noch nicht endgültig steht, lassen sich Weidner und Steuwer nicht beirren: „Unsere Idee ist bereits greifbar.“ So ein Projekt benötige selbstredend auch Geld, weiß Weidner.

Aber mit breiter Unterstützung sei vieles machbar. „Die Akzeptanz für unser Projekt ist groß, wir müssen die Dinge jetzt angehen. Ab sofort wird der Kunstkreis auch verstärkt Wersener und Lotter Firmen ansprechen.

Weidner selbst wird in dem Stück auch eine Rolle übernehmen. „Ich liebäugele mit der Rolle des jugendlichen Liebhabers“, verrät er augenzwinkernd. Regisseur Steuwer hält sich in Sachen Besetzung jedoch höflich bedeckt: Er könne sich für Weidner vielleicht den Text „Lasst mich den Löwen auch noch spielen“ vorstellen.

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