Lotte
Gymnastik für Männer

Lotte - Legen Sie sich Taschentücher zurecht, denn dies ist eine rührende Geschichte. Zu Tränen rührend, besser: zu Trähnen. Denn Frank Volz, „Trähner“ der Kampfsportgruppe 13 des TuS Lotte, muss nach 20 Jahren Abschied von seinen Jungs nehmen...

Dienstag, 06.10.2009, 16:10 Uhr

Lotte - Legen Sie sich Taschentücher zurecht, denn dies ist eine rührende Geschichte. Zu Tränen rührend, besser: zu Trähnen. Denn Frank Volz , „Trähner“ der Kampfsportgruppe 13 des TuS Lotte , muss nach 20 Jahren Abschied von seinen Jungs nehmen. Da es noch keinen Nachfolger gibt, fällt ihm der Schritt doppelt schwer; und er fleht die Leser um Hilfe an.

Gesucht wird für die verschworene Fitnesstruppe mit dem irreführenden Namen ein Pfundskerl, der aber auch Schwein sein kann, wenn es physisch eng wird. Einer, der die nicht mehr ganz jungen Männer hart ran nimmt, sie zugleich aber mit abwechslungsreichen Übungen und viel Humor motiviert, sich weiter zu quälen und quälen zu lassen.

Der heute 56-Jährige, der aber locker für 45 durchgeht, war 1989 wegen eigener heftiger Rückenprobleme zu der drei Jahre zuvor gegründeten Truppe gestoßen. „Männer und Gymnastik - das sind Weicheier, das geht eigentlich gar nicht“, beschreibt er das Image solcher Gruppen. Bei der KSG 13 ist das anders, wie schon der männlich herbe Klang ihres Namens zart andeutet. Zu dem allmontäglichen Schliff kurz nach der Tagesschau gehört ein ganzer Strauß an geselligen Ritualen. Das beginnt beim vom eigenen Bierwart organisierten Hopfentrunk gleich nach dem Sport in der Umkleide und reicht bis zum An- und Abgrillen kurz vor und kurz nach Silvester neben der Lotter Sporthalle.

Frank Volz muss nicht aus Alters- oder Krankheitsgründen aufhören. Sein Waschbrettbauch fällt unter der Dusche zwischen den Waschbärbäuchen einiger seiner Schützlinge ins Auge. Volz ist fit wie ein Turnschuh und macht auch den 15 Jahre Jüngeren in der Truppe jederzeit bei Kraft-, Dehn- und Ausdauerübungen noch alles vor.

Nein, der Grund ist, dass es den Landschaftsarchitekten beruflich und privat nach Ottmarsbocholt verschlagen hat. Und gerade im Winterhalbjahr ist die 70-Kilometer-Strecke von dort hin und zurück für eine Stunde Sport unzumutbar geworden. Zwei Jahre lang nahm er es in Kauf, aber jetzt muss Schluss sein. Als er 2001 von Lotte nach Laer bei Steinfurt umgezogen war, hatte er schon einmal aufgehört, war aber, weil er dort keine vergleichbare Truppe fand, wieder zurückgekehrt.

Das schließt er diesmal aus, da er nun in Senden fündig geworden ist. Wirklich gleichwertig kann die Gruppe selbstverständlich nicht sein. Dazu ist Volz die KSG 13 über die Jahrzehnte menschlich viel zu sehr ans Herz gewachsen. Und das ist auch der Grund, warum er sich jetzt persönlich bemüht, für sich selbst möglichst rasch einen Nachfolger zu finden.

„Wenn die Gruppe im eigenen Saft brät und keinen richtigen Übungsleiter hat, wird sie über kurz oder lang eingehen“, prophezeit der „Trähner“, der als Übungsleiter Autodidakt ist. Sein Trainingsprogramm arbeitet er jede Woche akribisch aus, liest Fachliteratur und sucht ständig neue Anregungen. Das hat für die Kampfsportler positive Folgen, auch wenn es häufig wehtut.

Frank Volz bittet Interessenten, sich direkt an den stellvertretenden TuS-Vorsitzenden Günter Fischer, unter Telefon 05404/71370, zu wenden.

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